Drei Mal heisser Stuhl

STECKBORN. Die Steckborner haben Auswahl. Um zwei freie Sitze im Stadtrat bewerben sich drei Kandidaten: Doris Bachmann arbeitet gerne im Team, Petra Hoksbergen will sich 100prozentig einsetzen, und Michael Traber versteht etwas vom Bau.

Gudrun Enders
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Die Stadtratskandidaten Doris Bachmann, Petra Hoksbergen und Michael Traber amüsieren sich mit Moderator Ueli Oswald. (Bild: Reto Martin)

Die Stadtratskandidaten Doris Bachmann, Petra Hoksbergen und Michael Traber amüsieren sich mit Moderator Ueli Oswald. (Bild: Reto Martin)

Für ein Podium spannten die Steckborner Parteien zusammen. Die CVP organisierte den Anlass vom Dienstagabend, die FDP stellte Moderator Ueli Oswald aus Berlingen, die SVP offerierte einen Apéro, und die SP beschenkte die Podiumsteilnehmer mit Gutscheinen. Etwa 70 Steckborner kamen in die Aula der Feldbachschule, um die Kandidaten näher kennenzulernen. Letzteren fühlte FDP-Kantonsrat Ueli Oswald auf den Zahn. Oswald interessierte zum Beispiel, was die Kandidaten in Steckborn verbessern würden. Petra Hoksbergen will die Tafel am Ortseingang attraktiver gestalten, für Doris Bachmann stinkt die Ara zu stark, und Michael Traber will an der unverstandenen und defekten Kunst im Kreisel arbeiten.

Das Ressort, das übrig bleibt

Auch über mögliche Ressorts hatten sich alle drei ihre Gedanken gemacht, auch wenn sie als Neue das nehmen würden, was übrig bleibt. Traber kann sich als Vorstandsmitglied des Schützenvereins durchaus das Ressort Kultur, Sport und Freizeit vom scheidenden Stadtrat Albert Gräflein vorstellen. Fachlich sieht sich der gelernte Maurer und Hochbau-Polier auch dem Bauressort gewachsen. Bachmann findet eine seriöse Einarbeitung wichtig. Könnte sie frei wählen, würde sich die Seklehrerin und Mutter zweier fast erwachsener Kinder fürs Soziale interessieren. CVP-Mitglied Hoksbergen hat über ihr Engagement im Vorstand des örtlichen Gewerbevereins HGT Einblick ins Ressort Kultur, Sport und Freizeit, das ihr liegen würde. Kritik am amtierenden Stadtrat kam nicht wirklich auf, auch wenn Moderator Oswald nachbohrte. Petra Hoksbergen versprach, wie eine sparsame Hausfrau über die Finanzen zu wachen und führte die Kosten des Badibaus als Negativbeispiel an. Als Selbständige versuchte sie, leerstehende Gewerbefläche im Nautilus zu mieten, lief aber ins Leere. Der Stadtrat könnte die Strategie der Immobilienfirmen hinterfragen, fand sie. Moderator Oswald hakte nach: «Sie versprechen, Leben ins Nautilus zu bringen», Hoksbergen konterte: «Ich verspreche, dass zumindest Leben in den Stadtrat kommt.»

Parteilos nicht gleich parteilos

Die gebürtige Bernerin Doris Bachmann gab ihre Bewerbung erst einige Tage nach der Frist ab; weshalb sie keine offizielle Kandidatin ist. «Ich brauchte grossen Mut», erklärte sie die Verzögerung und versicherte, sich weiter bekannt zu machen. Sie kandidierte erst, als herauskam, dass es nur zwei Kandidaten für zwei Sitze gab. Sie wollte aber den Steckbornern eine echte Auswahl bieten. Die parteilose Bachmann liess auch auf Nachfrage des Publikums keine besonderen Sympathien für eine Partei durchblicken, während der parteilose Traber früher Mitglied der örtlichen SVP war. Der 31jährige Traber will die jüngere Generation im Stadtrat vertreten, zeigte sich gut informiert und wirbt unter www.michael-traber.ch.

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