Drei Häuser auf einen Streich

Das Dorfzentrum Felben-Wellhausen steht, zumindest in der Theorie. Die Genossenschaft plant 40 bis 50 Wohnungen sowie Café, Arztpraxis und Kinderkrippe. Nun fehlen noch knapp 20 Millionen Franken, um den Bau zu finanzieren.

Stefan Hilzinger
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Die Visualisierung des Projektes «Zweihof» zeigt das farblich abgesetzte Erdgeschoss. Hier hat es Platz für Gewerbe und Dienstleistungen. (Bild: pd)

Die Visualisierung des Projektes «Zweihof» zeigt das farblich abgesetzte Erdgeschoss. Hier hat es Platz für Gewerbe und Dienstleistungen. (Bild: pd)

FELBEN-WELLHAUSEN. Kaum hatte Jörg Müller die Info-Veranstaltung am Dienstagabend beendet, bildete sich vor ihm eine Menschentraube. Die Leute wollten ihre Zeichnungsscheine für Genossenschaftsanteile abgeben. Müller, Präsident der Genossenschaft Dorfzentrum, strahlte, wie schon während der Präsentation zuvor. «Ich kann gut schlafen in dieser Nacht», sagte er. Schon einige Felber und Wellhauser haben Anteilscheine zu 1000 Franken gezeichnet.

Das ist auch nötig. Denn die Genossenschaft plant eine Wohn- und Geschäftsüberbauung mit Investitionen von 19,6 Millionen Franken. Auf der Parzelle «Streich» zwischen Gemeindeverwaltung und Post sollen drei Bauten nach Minergiestandard entstehen. Der Baurechtsvertrag mit der evangelischen Kirchgemeinde als Landbesitzerin ist unterzeichnet.

«Bärenhöhle» bald in Felben?

40 bis 50 Wohnungen, die meisten davon mit anderthalb oder zweieinhalb Zimmern, umfasst das Projekt namens «Zweihof». Die aus fünf Vorschlägen ausgewählte Studie stammt aus der Feder der Firma Renespa in Weinfelden.

Das Dorfzentrum soll zu einem Treffpunkt in der Gemeinde werden. Ein Restaurant, eine Arztpraxis und eine Kinderkrippe sind daher ebenfalls Teil des Bauvorhabens. Bezüglich Kinderkrippe haben die Genossenschaft und die Kinderkrippe Bärenhöhle in Frauenfeld eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Darlehen aus der Bevölkerung

Nun geht es darum, die Projektstudie in ein bewilligungsfähiges Bauprojekt zu verfeinern. «Die geschätzten Kosten von 19,6 Millionen Franken sind meiner Meinung nach recht genau», sagte Müller. Wie das Geld aufgebracht werden soll, erklärte Vorstandsmitglied Ralph Weidenmann. Rund zwei Drittel sollen als Fremdkapital bei Banken, Versicherungen oder Pensionskassen aufgenommen werden. Dazu kommt dann das Genossenschaftskapital, zudem erhofft sich der Vorstand verzinsliche Darlehen von freigebigen Menschen aus der Bevölkerung. Schon seien aus den Reihen des Vorstands 100 000 Franken zusammengekommen.

«Ein Wir-Projekt»

«Das Dorfzentrum ist kein Ich-Projekt, sondern ein Wir-Projekt», sagte Präsident Müller. Auch Gemeindeammann Werner Künzler als Vizepräsident der Genossenschaft erhofft sich rege Beteiligung der Bevölkerung. Gelder von Stiftungen, Mittel der Wohnbauförderung des Bundes und zu guter Letz ein Beitrag der Gemeinde sollen den Topf füllen.

Bis Ende dieses Jahres sollen laut Müller Planung und Finanzierung abgeschlossen sein. Die Genossenschaft könnte dann das Projekt gegen Mitte 2016 absegnen, im gleichen Jahre wäre dann Baubeginn, Bezug der Wohnungen frühestens 2017.

Heute abend von 18 bis 20 Uhr beantworten Vorstandsmitglieder im Sitzungszimmer der Gemeindekanzlei Fragen rund um Anteilscheine und Darlehen.

Jörg Müller Präsident der Genossenschaft Dorfzentrum Felben-Wellhausen (Bild: Nana do Carmo)

Jörg Müller Präsident der Genossenschaft Dorfzentrum Felben-Wellhausen (Bild: Nana do Carmo)

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