Drei Generationen, ein Hobby

SIRNACH. Karl Wolf spielt seit 45 Jahren Klarinette. Diese Vorliebe gab er an seine beiden Söhne und zwei Enkel weiter. Gemeinsam frönen sie in der Musikgesellschaft Sirnach ihrem Hobby.

Christoph Heer
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In der Musikgesellschaft Sirnach musizieren drei Generationen der Familie Wolf: Karl (Klarinette), seine Söhne Beat (Euphonium) und Jürg (Schlagzeug) sowie die Enkel Manuel (Euphonium) und Fabian (Trompete). (Bild: Christoph Heer)

In der Musikgesellschaft Sirnach musizieren drei Generationen der Familie Wolf: Karl (Klarinette), seine Söhne Beat (Euphonium) und Jürg (Schlagzeug) sowie die Enkel Manuel (Euphonium) und Fabian (Trompete). (Bild: Christoph Heer)

Für die einen sind es Spaziergänge, Ferien am Meer oder Sport. Für die Familie Wolf ist es die Musik. Vom Virus gepackt, können die fünf Männer nicht mehr sein ohne Noten, Instrument und Bühne. Fünf Männer, drei Generationen, das sind Karl Wolf (75), seine Söhne Beat (52) und Jürg (47), sowie seine Enkel Manuel (17) und Fabian (16).

Das letzte Mal begaben sich die Musikanten kurz auf die Bühne des Dreitannensaals und zeigten sich von ihrer besten – ihrer musikalischen – Seite. Die heimische Musikgesellschaft Sirnach lud zum jährlichen Unterhaltungsabend, an dem 400 Besucher Zeugen des generationenübergreifenden Konzerts wurden.

Spät vom Virus gepackt

Ein Spätzünder war der Älteste aus dem Hause Wolf. Karl, der Grossvater, sagt, dass er erst als 30-Jähriger zur Musik fand. «Vorher galt meine Leidenschaft dem Radfahrer-Verein Sirnach, darum hatte ich gar keine Zeit, mich um die Musik zu kümmern.» Seine ersten Gehversuche mit Instrumenten habe er aber schon als Zehnjähriger gemacht. «Das heisst, ein kleiner Teil in mir war schon immer musikalisch angehaucht.»

Heute ist er, das seit 43 Jahren, aktives Mitglied in der Musikgesellschaft Sirnach. Karl Wolf freut sich, dass nach seinen Söhnen auch die beiden Enkel im Ensemble aufgenommen wurden. «Ich habe sie nie dazu gezwungen, geschweige denn dazu überredet. Dann und wann habe ich sie gefördert, wo es nötig war», sagt der Klarinettist. Früher spielte Karl Wolf auch Theater und war organisatorisch um den Verein tätig, so war er unter anderem Vizepräsident.

Karl Wolf erinnert sich gerne an die Höhepunkte, die er mit seinen Vereinskollegen erlebt hat. Herausstreichen will er nicht nur die grossen Verdienste von Ehrenpräsident Roland Hagen, auch Willy Forster Senior bleibt ihm in guter Erinnerung. «Unser Verein stand und fiel mit ihm als Vereinsclown. Seine Frohnatur fehlt mir ein wenig.»

«Nicht nur Auftritte schön»

Dafür seien aber neue interessante Mitglieder dabei. Die Vereinsreisen und Anlässe geniesst Karl Wolf nun mit der Familie. Die Söhne Beat (Euphonium) und Jürg (Schlagzeug) sagen, dass Musik ebenfalls zu ihrer Leidenschaft geworden ist. «Nicht nur die Auftritte machen uns Spass, auch sonst erlebt man viel Schönes im Verein.»

Mit der Aufnahme von Manuel (Euphonium) und Fabian (Trompete), den beiden Söhnen von Beat Wolf, sind nun drei Wolf-Generationen in der Musikgesellschaft Sirnach vertreten. «Das ist eine tolle Sache. Wir können uns untereinander austauschen und voneinander profitieren.» Überredet worden seien sie nicht, ganz im Gegenteil, sagen auch sie. «Die älteren Wolfs haben uns gluschtig gemacht, da wollten wir mit zehn ein Instrument lernen», sagen die zwei Jüngsten.

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