Drei Franziskaner für Kraftort

DREIBRUNNEN. Per Inserat wurden sie von der Katholischen Pfarr- und Kirchgemeinde Wil gesucht und gefunden: Die Franziskaner übernehmen in Maria Dreibrunnen die Seelsorge. Besuch bei den drei Brüdern am Wallfahrtsort.

Nadja Stricker Sanchez
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Die drei Neuen im Wahlfahrtsort: Bruder Fidelis, Bruder Jean und Bruder Josef. (Bild: wv)

Die drei Neuen im Wahlfahrtsort: Bruder Fidelis, Bruder Jean und Bruder Josef. (Bild: wv)

«Ist das nicht ein herrlicher Tag», begrüsst Bruder Fidelis die Besucherin im frisch renovierten Pfarrhaus. Die Kirche Maria Dreibrunnen hebt sich in all ihrer Schönheit vor dem stahlblauen Himmel ab.

Die Stimmung könnte friedlicher nicht sein. Vor zwei Wochen zog mit Priester Fidelis Schorer (64) und den Laienbrüdern Jean Langertz (47) und Josef Fankhauser (50) neues Leben in Dreibrunnen ein. Die drei Franziskaner sind neu für die Seelsorge am Wallfahrtsort zuständig. «Leider sind wir noch nicht ganz eingerichtet. Wir hatten keine Ahnung, dass es eine Lieferfrist für Möbel gibt», erklären die Brüder. Und: «Schliesslich sind die Franziskaner ja einfach und bescheiden.» Bruder Jean, der ursprünglich aus Luxemburg stammt und Gärtner gelernt hat, sagt: «Autofahrer haben schon eigens dafür angehalten, um uns zu sagen, wie willkommen wir hier sind», schildert Bruder Jean. Er ist gleich wie Bruder Josef von Näfels gekommen und ist neben den Sakristeidiensten vor allem für das Kochen zuständig ist. Auch mit der Familie Koster habe man schon von Anfang an ein gutes Verhältnis, das sei sehr schön.

Jurist wird Geistlicher

«Wir kommen sofort ins Gespräch», betont auch Bruder Fidelis, der als Priester vor allem für die Seelsorge zuständig ist. Er kommt von Zürich, wo er die letzten Jahre als Spitalseelsorger am Unispital gearbeitet hat. «Das war eine sehr reiche Zeit. Ich hatte noch nirgends das Gefühl, dass ich so viel Gutes tun konnte, wie bei der Begleitung von Menschen, die sich in Grenzsituationen des Lebens befinden», so Bruder Fidelis, der vor seinem Eintritt in den Franziskanerorden im Jahr 1989 als Jurist in der Handelsrechtlichen Gesetzgebung des Bundes auch an der Revision des Aktienrechtes mitgearbeitet hatte. «Für mich fehlte der Lebenssinn in der Arbeit, darum habe ich mich neu orientiert. Bereut habe ich es nie», so der älteste der drei Brüder.

Ebenfalls 1989 trat Bruder Josef in Näfels in den Orden ein. «Zusammen mit Bruder Fidelis», betont er. Der gelernte Gärtner, der im Raum Aargau aufgewachsen ist, kümmert sich in der Gemeinschaft um die Wäsche, die Umgebung und tut in der Sakristei Dienst. So sind die Ämter bei den drei Brüdern klar aufgeteilt.

Teilnahme erwünscht

Obwohl der Alltag nach zwei Wochen noch nicht eingekehrt ist, haben die Franziskaner bereits ihren festen Gebets-Rhythmus mit Laudes (Morgengebet um 7 Uhr), Sext (Mittagsgebet), Rosenkranzgebet (17.30 Uhr), Anbeten (18 Uhr) und der Vesper (Abendgebet um 18.30 Uhr) aufgenommen. «Besucher sind beim Morgen- und Abendgebet herzlich willkommen. Es wäre schön, wenn Menschen sich daran beteiligen würden», so Bruder Fidelis, denn das Gebet sei wichtig im Leben der Menschen.

Feierliches Vespergebet zur Amtseinsetzung der drei Franziskaner (anschliessend Begrüssungsapéro) am Palmsonntag, 17. April, 17 Uhr.