Drang und Berufung zugleich

Die aktuelle Nüüfermer Wöschhüsli-Ausstellung beschäftigt sich mit dem künstlerischen Werk des Ehepaars Hablützel, das 2001 nach Oberneunforn zog. Am Freitag ist Vernissage.

Therese Schurter
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Porträts gehören zu den Stärken in Maria Hablützel-Ortegas Werk. (Bild: Therese Schurter)

Porträts gehören zu den Stärken in Maria Hablützel-Ortegas Werk. (Bild: Therese Schurter)

OBERNEUNFORN. Es sind subtile Porträts, Stillleben und Landschaften, die im Nüüfermer Wöschhüsli zu sehen sind. Maria Hablützel-Ortega, Künstlerin aus Oberneunforn, stellt ihre Werke und diejenigen ihres verstorbenen Mannes aus. Für Hablützel-Ortega ist Kunst am wichtigsten, die Berufung und Drang zugleich ist.

Aus Mexiko in den Thurgau

Maria Hablützel-Ortega ist gebürtige Mexikanerin und begann mit der Malerei im Washingtoner Atelier von Paco Castillo, einem Maler aus Granada und Schüler von Don Gabriel Morcillo. Sie studierte Kunst und machte einen Bachelor-Abschluss in Zeichnen und Englisch. Dann erwarb sie 1988 ein Master-Diplom in Malerei. 1990 zog sie mit ihrem Mann Rudolf auf eine Farm nach Virginia (USA), wo sie sich weiter der Malerei widmete. 2001 kam das Paar nach Oberneunforn.

Rudolf Hablützel, geboren 1928 in Zürich, studierte und promovierte in Philosophie und Ökonomie. Für die Weltbank war er vorwiegend in Washington D.C. tätig. In der Freizeit malte er leidenschaftlich gerne Landschaftsbilder seines Grundbesitzes in Virginia. Hier entstanden subtile Städtebilder, Porträts und Stillleben in Öl und Aquarell. Er starb 2005.

«Ich habe gelernt, dass das Leben einem immer wieder etwas Neues schenkt», blickt die zierliche Frau auf ihr Leben zurück. Sie scheint mit der Vergangenheit versöhnt zu sein. Beim Umzug in die Schweiz trennte sie sich von ihren Werken. Sie schenkte viele ihrer Gemälde sowie sämtliche Bilder der Privatsammlung der Stiftung «Windmore Foundation for the Arts», welche die meisten versteigerte. Vor einigen Jahren, bei einem Besuch in den USA, hat sie einige Arbeiten gerettet, darunter ihr Lieblingsbild «The Sisters».

Diaschau und Skizzen zu sehen

An der Ausstellung im Wöschhüsli wird eine Auswahl an Bildern von beiden begabten Künstlern ausgestellt. Ebenso können rund 250 Bilder via fortwährender Diashow betrachtet werden. Auch zwei Mappen voll Skizzen und ungerahmter Bilder erwarten den Besucher. Einem Verkauf ist Maria Hablützel mittlerweile nicht mehr abgeneigt, wenn ein Werk Freude in ein Wohnzimmer bringen kann.

Neue Gemeinschaft gefunden

Seit sechs Monaten besucht sie Malkurse und freut sich, eine künstlerische Gemeinschaft gefunden zu haben. Porträts sind ihre Spezialität. «Endlich wage ich mich auch an Landschaftsmalerei», erzählt sie. Die Liebe zur Natur hat sie mit ihrem verstorbenen Ehemann verbunden. Diese Ausstellung ist deshalb auch ihm zum zehnten Todestag gewidmet. Durch das Betrachten der Bilder bleibt das Gefühl von Verbundenheit.

Vernissage: Fr 19. Juni, 18 Uhr Ausstellung bis 5. Juli, Sa und So, 14 bis 18 Uhr, oder nach telefonischer Vereinbarung: 052 745 12 25 www.neunfornkunst.ch