Dorfladen für das Dorfzentrum

In letzter Zeit schloss so mancher Dorfladen. Bettwiesen will den gegenteiligen Weg beschreiten. Das Projekt «Zentrumsüberbauung» steht kurz vor dem Abschluss. Es könnte noch dieses Jahr umgesetzt werden.

Simon Dudle
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Diese beiden Gebäude im Dorfzentrum müssten der neuen Zentrumsüberbauung weichen, wenn diese zustande kommt. (Bild: Belinda Halter)

Diese beiden Gebäude im Dorfzentrum müssten der neuen Zentrumsüberbauung weichen, wenn diese zustande kommt. (Bild: Belinda Halter)

Bettwiesen. Hörte man sich am Neujahrsapéro, der am vergangenen Freitag im Untergeschoss des Bettwieser Kindergartens stattfand, bei den rund 100 anwesenden Dorfbewohnern um, so wurde eines deutlich: Viele von ihnen wünschen sich wieder einen Dorfladen. Derzeit ist die Situation so, dass es in Bettwiesen eine Bäckerei und eine Metzgerei gibt. Früher waren es mal zwei Läden, die jedoch mehr schlecht als recht liefen und darum dicht machen mussten.

Gemeindeammann Clemens Dahinden sagte an der Neujahrsbegrüssung selbstkritisch, dass die Einkaufssituation im Jahr 2010 nicht verbessert werden konnte.

Unterschriftsreifer Vertrag

Dies könnte sich möglicherweise schon bald ändern. Weit fortgeschritten ist nämlich ein Projekt, wonach eine Zentrumsüberbauung in der Dorfmitte realisiert werden könnte. «Mit der notwendigen Einzonung wurden die Rahmenbedingungen geschaffen.

Die Gemeinde hat wiederholt das Interesse angemeldet, darin Räume für die Gemeindeverwaltung zu mieten. Im Erdgeschoss des gleichen Gebäudes soll eine Postagentur integriert werden», so Gemeindeammann Clemens Dahinden. Diese Pläne sind mit ein Grund, weshalb die Poststelle von Bettwiesen nach zähen Verhandlungen nicht geschlossen wurde. Im Jahr 2012 wird die Situation allerdings neu beurteilt.

In die Überbauung, die 4100 Quadratmeter misst, soll gemäss Dahinden auch ein Volg-Laden integriert werden. Hinter diesem Projekt steht Urs Bürge, ein Bauer nach alter Sitte und Urbettwieser, wie er sich selber beschreibt. «Es wird ein Laden für den täglichen Bedarf und kein Discounter», sagt Bürge. Gemäss seinen Aussagen könnte allenfalls auch ein Café oder kleines Restaurant im Gebäude zu stehen kommen.

In den vergangenen fünf Jahren ist das Projekt herangereift und nun sind die Pläne soweit konkretisiert, dass der Vertrag unterschriftsreif ist, wie Bürge sagt. Er hofft denn auch, dass nun in nützlicher Frist Nägel mit Köpfen gemacht werden können. «Ich möchte bis im Frühling des laufenden Jahres Klarheit haben. Sonst müssen wir eine andere Lösung suchen», sagt der Landwirt des Auenhofs, der etwas ausserhalb von Bettwiesen gelegen ist.

Leben für das Dorf

Die Wiedereröffnung würde so manchen Bettwieser und manche Bettwieserin erfreuen. Zwar kann ein ansehnlicher Teil des täglichen Grundbedarfs an Nahrungsmitteln bereits jetzt in der Bäckerei oder der Metzgerei gekauft werden und der Weg nach Wil ist auch nicht allzu weit. Trotzdem ist Bürge überzeugt, mit der Eröffnung des Ladens dem Dorf neues Leben einhauchen zu können. «Ich bin in Bettwiesen aufgewachsen und mein Vater hat lange hier gewirtet.

Nun sind wir zwar ausgesiedelt, ich fühle mich aber nach wie vor stark mit dem Dorf verbunden und lebe für Bettwiesen», sagt Bürge.