Doppelt so schnell von St. Gallen nach Konstanz

Der 23-Millionen-Ausbau des Bahnhofs Roggwil-Berg rückt St. Gallen näher an Konstanz. Ab 2015 brauchen die zweistündlich geführten Schnellzüge nur noch 35 statt wie heute 70 Minuten.

Christoph Zweili
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Letzter S-Bahn-Mosaikstein: Der Bahnhof Roggwil-Berg heute. (Bild: SOB)

Letzter S-Bahn-Mosaikstein: Der Bahnhof Roggwil-Berg heute. (Bild: SOB)

Der 23 Millionen Franken teure Ausbau des Bahnhofs Roggwil-Berg wird ausschliesslich durch den Bund finanziert und bis 2013 fertiggestellt, wie die Staatskanzlei des Kantons St. Gallen mitteilt. Mit der diese Woche unterzeichneten Absichtserklärung zwischen Bund, Südostbahn AG (SOB) und den drei Kantonen St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden sind nun alle Infrastrukturausbauten für die S-Bahn und die Beschleunigung von Rheintal- und Voralpen-Express bis Ende 2013 finanziell gesichert. Das ganze Finanzierungskonzept umfasst die zeitlich koordinierte Erstellung von mehr als zwölf Einzelprojekten für rund 200 Mio. Franken bis 2013.

Der offizielle Spatenstich für die S-Bahn St. Gallen 2013 findet nächste Woche in Oberriet statt. Die Inbetriebnahme aller Ausbauten erfolgt auf den Fahrplanwechsel am 8. Dezember 2013. Neues und zusätzliches Rollmaterial für 200 Mio. Franken wird ab Mitte 2012 schrittweise in Betrieb genommen.

Nicht mehr in St. Gallen kreuzen

Mit dem Doppelspurausbau Schachen-West für 47,6 Mio. Franken und der Kreuzungsstelle Roggwil-Berg auf dem SOB-Netz kreuzen sich der Voralpen-Express und die S3 künftig nicht mehr im SBB-Bahnhof St. Gallen. Das schafft Platz für zusätzliche Verbindungen Zürich–St. Gallen, die ab 2015 aus der neuen Durchmesserlinie Zürich den Knotenbahnhof St. Gallen zur halben und später auch zur vollen Stunde erreichen werden und optimale Anschlüsse auf die S-Bahn St. Gallen 2013 herstellen.

Die Reisezeiten von Zürich in die Region St. Gallen können ab 2015 um bis zu einer halben Stunde verkürzt werden. An den Vorfinanzierungskosten der Durchmesserlinie Zürich beteiligt sich der Kanton St. Gallen mit zehn Prozent – Ende 2010 wurde dafür ein Kredit von maximal 4,4 Mio. Franken gesprochen.

Aus HGV-Kredit finanziert

Die bundesseitige Finanzierung von rund 150 Mio. Franken für die Jahre 2011 bis 2013 war seit 2004 Bestandteil eines halben Dutzends Finanzierungsvorlagen an die eidgenössischen Räte. Bundesanteile werden geleistet aus den Krediten für die Anbindung der Ostschweiz an die neuen Alpentransversalen (Neat) und die Hochgeschwindigkeitsverbindungen (HGV), für die zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur (ZEB), dem Infrastrukturfonds und den Leistungsvereinbarungen für SBB und SOB.

Der Ausbau des Bahnhofs Roggwil-Berg – letzter Mosaikstein in der komplexen Finanzierung des St. Galler Ausbauschritts 2013 – wird nun gemäss Absichtserklärung vollständig aus dem HGV-Kredit für den Korridor St. Gallen–Konstanz finanziert.