Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DISKUSSION: Wenn die Wirtschaft ausbeutet

An einer Podiumsdiskussion kreuzten sich Befürworter und Gegner der Konzernverantwortungsinitiative die Klingen.
Hugo Berger
Susanne Giger, Denise Laufer, Walter Schönholzer, Jeanne Pestalozzi-Racine und Florian Wettstein. (Bild: Hugo Berger)

Susanne Giger, Denise Laufer, Walter Schönholzer, Jeanne Pestalozzi-Racine und Florian Wettstein. (Bild: Hugo Berger)

Hugo Berger

thurgau@thurgauerzeitung.ch

Der lange und etwas komplizierte Name der Konzernverantwortungsinitiative, die am Mittwochabend am Podium in Frauenfeld diskutiert wurde, vermochte die Besucher nicht abzuschrecken. Der Saal im Begegnungszentrum Viva des evangelischen Gemeindezentrums Kurzdorf war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Bezeichnung ist aber auch nicht korrekt, denn die Initiative betrifft nicht nur Konzerngesellschaften, sondern auch Klein- und Mittelbetriebe, die über internationale Geschäftsbeziehungen verfügen und deren Lieferkette ins Ausland reicht.

Auf der Pro-Seite argumentierten Jeanne Pestalozzi-Racine, Präsidentin des Stiftungsrates «Brot für alle» sowie Florian Wettstein, Professor für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen. Gegen die Initiative sprachen sich der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer und Denise Laufer, Industrie- und Dienstleistungskonzerne Schweiz aus. Die Podiumsleitung führte Susanne Giger, Wirtschaftsredaktion Schweizer Radio und Fernsehen.

«Hoher Preis lohnt sich»

Man müsse der Wirtschaft auf die Finger schauen, ist Wettstein überzeugt. «So, wie es ein Arbeitsrecht braucht, muss auch dies gesetzlich geregelt werden.» Es gehe bei der Initiative nicht um Schweizer Recht, sondern vielmehr um Menschenrecht. Zum Argument der Gegner, dass bei einer Annahme der Initiative Unternehmen abwanderten, meinte Jeanne Pestalozzi-Racine: «Wir sind uns bewusst, dass der Preis hoch ist, aber wir finden, es lohnt sich.»

Die Initiative betreffe nicht nur die Konzerne, sondern auch Klein- und Mittelbetriebe, die den damit verbundenen administrative Aufwand kaum bewältigen könnten, so die Gegenseite. Einen Schwachpunkt der Initiative sieht Schönholzer darin, dass die Beweislast umgekehrt werde, indem die Unternehmen beweisen müssten, dass ihre Zulieferfirmen nicht gegen die Menschenrechte verstossen. «Besser als ein neues Gesetz zu schaffen, das umgangen werden kann, ist es auf sozialen Druck zu setzen», sagte Schönholzer.

Das Podium wurde musikalisch umrahmt von Juan Carlos Zeta und Roberto Hacaturyan.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.