Diskussion um Lärmschutz

Nur die Österreicher sollen in den Genuss von Lärmschutzwänden an der A1 kommen. Das wollen die Schweizer so nicht akzeptieren.

Adrian Vögele
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ST. MARGRETHEN. An der Autobahn A1 bei St. Margrethen will der Bund im Jahr 2015 Lärmschutzwände installieren lassen. Doch seit der Projektauflage der Lärmschutzmassnahmen wird das Vorhaben in der Gemeinde kritisiert, wie der «Sonntagsblick» schreibt. 48 Einwohner hätten Einsprache erhoben. Der Grund: Das Bundesamt für Strassen plant entlang des St. Margrether Aeueli-Quartiers bloss auf der österreichischen Seite der Autobahn eine Lärmschutzwand. «Die Vorarlberger erhalten mehr Lärmschutz als die Schweizer. Wir werden offensichtlich benachteiligt. Das ist unbegreiflich», wird Gemeindepräsident Reto Friedauer zitiert.

Laut Friedauer sind bei 19 Liegenschaften die Immissionsgrenzwerte auch nach der Sanierung nicht einzuhalten. Und westlich des Aeueli-Quartiers seien 66 neue Wohnungen und 20 neue Häuser geplant. Fehle ein umfassender Lärmschutz, seien an diesen Bauten «sehr kostenintensive Massnahmen nötig», sagt Friedauer.

Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) äussert sich vorerst nicht im Detail zu den Lärmschutzwänden. «Das Uvek wird die Einsprachen der Schweizer Anrainer prüfen», sagt Sprecherin Dominique Bugon.

Zu diesem Fall will der Rorschacher Stadtpräsident und SVP-Nationalrat Thomas Müller heute in der Fragestunde im Parlament Auskunft von Bundesrätin Doris Leuthard verlangen. Die unterschiedliche Behandlung der Schweizer und Österreicher sei nicht einzusehen.