Direktzug nach Konstanz gefährdet

Ab Dezember soll zwischen St. Gallen und Konstanz ein direkter Regio-Express-Zug verkehren. Doch weil es bei der Finanzierung durch den Bund hapert, steht das Projekt auf der Kippe.

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BERN. Ab Dezember soll zwischen St. Gallen und Konstanz alle zwei Stunden ein direkter Regio-Express-Zug verkehren, ab 2018 stündlich. Die Fahrzeit würde sich gegenüber heute halbieren, auf 36 Minuten. Bis Ende Jahr bauen die SBB dafür auf der Seelinie Kreuzungsstellen und in Kreuzlingen Hafen einen neuen Perron. Bereits realisiert sind die SOB-Spange bei St. Gallen und weitere Ausbauten. Das Bundesparlament hatte den 60 Millionen Franken teuren Ausbau der Strecke St. Gallen–Konstanz im Jahr 2005 im Rahmen des Anschlusses der Schweiz ans Hochgeschwindigkeitsnetz bewilligt.

Beiträge der Kantone eingeplant

Doch gemäss einem Bericht in der gestrigen «Ostschweiz am Sonntag» kann der neue Schnellzug nicht wie geplant fahren. «Zum heutigen Zeitpunkt ist die Finanzierung nicht gesichert», bestätigt Werner Müller, Leiter der Abteilung öffentlicher Verkehr des Kantons Thurgau. Wegen knapper Mittel habe der Bund seinen Anteil noch nicht zugesichert, weder für 2016 noch für 2017. «Ohne den Bundesbeitrag wird der Zug nicht fahren», sagt Müller. Dass der Thurgau in die Bresche springe, sei ausgeschlossen. Es handle sich um eine Verbundaufgabe des Bundes und der Kantone. Der Thurgau und St. Gallen hätten ihre Anteile eingeplant. Das Bundesamt für Verkehr will sich noch nicht abschliessend festlegen, sieht aber wenig Spielraum.

Dem Bund fehl das Geld

Dass Bern nun die Mittel für die geplanten Fahrplanverbesserungen in Frage stellt, stösst in der Ostschweiz auf Kritik. So stellt der Thurgauer Regierungsrat Kaspar Schläpfer (FDP) klar: «Wir kämpfen dafür, dass der Bund seinen Verpflichtungen nachkommt.»

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