Dietrich und Le Corbusier schenken ein

Der Kunstverein ist finanziell weiter rosig gebettet, auch dank des Verkaufs bekannter Werke. Gegen die schleichende Abwanderung von Mitgliedern will der Verein wieder jüngere Kunstinteressierte für sich gewinnen.

Christof Lampart
Drucken
Teilen
Christoph Rütimann gibt bei der Jahresversammlung des Kunstvereins Auskunft über eines seiner Werke. (Bild: Christof Lampart)

Christoph Rütimann gibt bei der Jahresversammlung des Kunstvereins Auskunft über eines seiner Werke. (Bild: Christof Lampart)

Auch im vergangenen Jahr blieb der schon seit Jahren anvisierte Umschwung bei der Mitgliederentwicklung aus. Dies hielt der Präsident des Kunstvereins Frauenfeld, Hans Bissegger, am Montagabend im «Goldenen Kreuz» im Rahmen der Jahresversammlung fest. Im Gegenteil: Zwölf Eintritten stehen 25 Austritte gegenüber, womit sich der Mitgliederbestand auf 403 reduzierte.

Bissegger führte den schleichenden Niedergang des Vereins, welcher 1998 noch 600 Mitglieder zählte, lapidar darauf zurück, dass das Vereinsleben nun einmal nicht mehr so gefragt sei. Man versuche vieles, um auch jüngere Kunstinteressierte für den Verein zu gewinnen, doch habe bis jetzt keine Massnahme gefruchtet. Dennoch gab sich der Präsident, wenn doch nicht auch zuversichtlich, doch zumindest kämpferisch. Sein persönliches Ziel sei es, die Trendwende in den nächsten Jahren zumindest so weit herbeizuführen, dass «wir wieder die Schallgrenze von einem halben Tausend knacken», so Bissegger. Positiv war immerhin, dass sich mit Regula Gonzenbach und Gabriela Steiger zwei Frauenfelderinnen für die Mitarbeit im Vorstand zur Verfügung stellten. Sie wurden einstimmig und bis nächstes Jahr – dann stehen die Gesamterneuerungswahlen an – gewählt.

Ebenfalls keine Selbstverständlichkeit sei, dass die Jahresrechnung wieder habe positiv gestaltet werden können. Immerhin schloss die Erfolgsrechnung mit einem satten Plus von über 21 300 Franken. Zurückzuführen war dieses vor allem auf die im Frühling 2015 durch Anregungen von Mitgliedern durchgeführte Verkaufsausstellung «Kunst sucht Liebhaberin».

Bei dieser hatten 28 Personen 174 Werke eingereicht, von denen 35 verkauft werden konnten. Da sich mit einem «Dietrich» und drei Lithographien von Le Corbusier auch einige Bilder der gehobenen Preisklasse darunter befanden, war der Gewinn beträchtlich. 20 000 Franken flossen an zweckgebundene Kunstverein-Fonds, der Rest wurde als Gewinnvortrag ausgewiesen. Das gegenwärtig frei verfügbare – also nicht in zweckgebundenen Fonds – gelagerte Vereinsvermögen beläuft sich somit neu auf rund 17 000 Franken.