DIESSENHOFEN: Zu Gunsten von Mensch und Natur

Während des Winters hat «Schaffhausen Power» entlang des Rheins zahlreiche Abschnitte renaturiert. Jetzt ziehen die Verantwortlichen eine erste Bilanz.

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Eine Fahrt durch den renaturierten Rheinabschnitt zwischen Paradies und Diessenhofen (von links vorne): Walter Vogelsanger, Schaffhausen-Power-Direktor Hagen Pöhnert und Peter Hunziker. (Bild: Ernst Hunkeler)

Eine Fahrt durch den renaturierten Rheinabschnitt zwischen Paradies und Diessenhofen (von links vorne): Walter Vogelsanger, Schaffhausen-Power-Direktor Hagen Pöhnert und Peter Hunziker. (Bild: Ernst Hunkeler)

Anlass für die Bootsfahrt hinauf nach Diessenhofen waren hauptsächlich die Uferrenaturierungen, die im Winter 2016/17 durchgeführt wurden. Diese haben zwar einen eindrücklichen Umfang, stellen aber nur das jüngste Kapitel in einer Geschichte dar, die offiziell 2003 begann. Macher und Gastgeber in Personalunion waren der neue Direktor von «Schaffhausen Power», Hagen Pöhnert, Betriebsleiter Bernhard von Felten sowie die beiden Renaturierungsverantwortlichen Peter Hunziker und Walter Vogelsanger.

Je 14 Uferkilometer hinauf bis zum Schupfen

Gemäss Vertrag ist die Kraftwerk Schaffhausen AG (heute «Schaffhausen Power») verpflichtet, den Uferunterhalt innerhalb des Konzessionsgebietes zu gewährleisten. Dieses erstreckt sich von Flurlingen bis hinauf zum Diessenhofer Schupfen und umfasst beidseitig jeweils 14 Kilometer Rheinufer. Das Bestreben, Beton zu entfernen und natürliche Uferzonen zu schaffen, führte von einem naturnahen Anteil von sechs Prozent in den 1980er-Jahren bis auf heutige 27 Prozent. Die bisherigen Kosten von sieben Millionen Franken stammen aus dem Verkauf von zertifiziertem CleanSolution-Ökostrom, der in verschiedenen Paketen angeboten wird und pro Kilowattstunde maximal elf Rappen mehr kostet als das Grundangebot. «Damit kann der Stromkunde der Natur freiwillig etwas von dem zurückgeben, was er von ihr in Form von Wasser-, Wind- und Sonnenkraft erhält», sagt Schaffhausen-Power-Direktor Pöhnert.

Total sind von den insgesamt 28 Uferkilometern inzwischen rund ein Viertel renaturiert, was unter anderem die Anlage von Amphibienweihern, Schaffung von Rückzugsbiotopen für Fische, Renaturierung von Seitenbächen sowie die Unterstützung von Natur- und Tierschutzmassnahmen umfasst. Die Fahrt führte entlang der neuen Kiesufer beim Paradies und dem Naturschutzgebiet Petri zum Schaaren mit seinen neu geschaffenen Biotopen.

Endstation war das Diessenhofer Ufer unterhalb des Galgenackers, wo im vergangenen Winter einerseits ein Flachufer mit dem idealen Gefälle von 20 Prozent, andererseits ein hundert Meter langer Grünverhau aus Weiden angelegt wurden. Und: Frösche, Kröten, Wasserfledermäuse, Eisvögel sowie laichende Äschen haben die diversen Angebote bereits munter angenommen.

Ernst Hunkeler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch