DIESSENHOFEN: Traurige Nachricht zum Start der Jubiläumsfeier

Kurz bevor der Jodelclub Edelwyss seinen 75. Geburtstag feiern durfte, schockierte der Todesfall eines langjährigen Mitglieds. Das Programm danach überzeugte, auch zu Ehren des Verstorbenen.

Guido Elser
Merken
Drucken
Teilen
Jodlerinnen in bunten Trachten auf der Bühne der Rhyhalle. (Bild: Guido Elser)

Jodlerinnen in bunten Trachten auf der Bühne der Rhyhalle. (Bild: Guido Elser)

Mit über 500 Personen füllte sich die Rhyhalle bis auf den letzten Platz. Wer nicht reserviert hatte, bekundete schon ab 19 Uhr Mühe, einen Sitzplatz zu finden. Das 75-Jahr-Jubiläum des Jodelclubs Edelwyss startete mit einer traurigen Nachricht von Präsident Walter Stadler. Er musste verkünden, dass am Vortag das Aktivmitglied Hanspeter Ritz aus Schlatt plötzlich verstorben ist, nachdem er noch vor kurzem die letzte Probe für das Jubiläum besucht habe. Die Jubiläumsgäste waren schockiert. Stadler fand aber tröstliche Worte und ergänzte, dass es sicher im Sinne des Verstorbenen sei, dass das Jubiläum trotz dieses Todesfalls durchgeführt werde.

Als erster Gratulant zum 75. Jahrestag ergriff am vergangenen Samstagabend Stadtpräsident Walter Sommer das Wort. Er lobte die guten schweizerischen Werte, die dieser Verein immer wieder vorlebt: Bodenständigkeit, Ehrlichkeit und Sicherheit, Verbundenheit untereinander, Unabhängigkeit und Höflichkeit bis hin zur Pünktlichkeit. Dann unterstrich Sommer die Wichtigkeit der jahrzehntelangen Zusammenarbeit zwischen dem Jodelclub und der Guggenmusik Rhyalgen.

Hoffen auf lange Zukunft des Jodelclubs

Sommer überreichte dem jubilierenden Verein ein Couvert mit einem finanziellen Zustupf. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, dass der Jodelclub noch lang das Städtchen Diessenhofen mit Jodelgesang erfreue und erinnerte an den leicht zynischen Spruch «Totgesagte leben länger». Zudem wies er darauf hin, dass der Verein schon manche «Auflösungsklippe» mit Erfolg überstanden habe. «Auch jetzt ist der Verein darauf angewiesen, dass weitere Männer oder Frauen, die gerne singen, dem Verein beitreten», sagte Sommer. Er ist überzeugt, dass der Verein nach dem Verlust ihres Probelokals im «Adler» schon bald wieder ein neues Probelokal finden wird.

Nun gelangten die zwei Teile des Programmes wie geplant zur Aufführung. Nacheinander traten der Jodelclub Edelwyss, der Jodlerklub Tannhütte Henggart, der Jodelklub Randen aus Schaffhausen, die Jodelküken aus Frauenfeld und dazu noch das Alphorn-Echo vom Rhy auf. Gediegene Unterhaltung boten schon die Wyland-Stegreifler unter anderen mit dem in Diessenhofen bestens bekannten Hermann Bischofberger an einem der Akkordeons in der langen Pause und auch nach Programmschluss. Diese Musikanten brachten innerhalb von Minuten Hochstimmung in den Saal.

Achtjähriger sagte die Lieder an

Zu begeistern wussten bei den Auftritten auch die vielen Jodlerinnen mit ihren bunten Trachten. Viel Applaus ernteten die Jodelküken aus Frauenfeld. Das Publikum freute sich wahnsinnig auf die Auftritte des Jüngsten aus der Gruppe, den achtjährigen Cyril, der die Lieder frisch von der Leber weg ansagte. Auch eine gelungene Nummer war der Gesamtchor, für den alle Jodlerinnen und Jodler singend und jodelnd auf der Bühne standen.

Immer wieder brandete nach einzelnen Programmhöhepunkten tosender Applaus durch die Rhyhalle. Das wäre wohl auch im Sinne des kürzlich verstorbenen Walter Stadler gewesen.