DIESSENHOFEN: Tausende feiern am Rheinufer

Das traditionelle Rheinfest der Pontoniere gilt als grösste Open-Air-Party der Region – was sich übers vergangene Wochenende einmal mehr bewahrheitete.

Ernst Hunkeler
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Es geht auch ohne Halligalli: Ein Mädchen vergnügt sich am Diessenhofer Rheinfest. (Bild: Andrea Stalder)

Es geht auch ohne Halligalli: Ein Mädchen vergnügt sich am Diessenhofer Rheinfest. (Bild: Andrea Stalder)

Ernst Hunkeler

unterseerhein

@thurgauerzeitung.ch

Sie hatten Glück mit dem Wetter, die Pontoniere von Diessenhofen – doch es war das Glück der Tüchtigen: Die 70 Mannen liessen Samstag und Sonntag rund um ihr Depot am Rhein wieder ein Fest steigen, das Tausende Gäste anlockte. Diessenhofen hat rund 3800 Einwohner, das Event verbuchte – bei rund 3000 Sitzplätzen – insgesamt wohl beinahe das Doppelte an Besuchern. Dabei waren, zumindest tagsüber, alle Altersklassen vom Kindergärtler bis hin zum Veteranen vertreten.

Veteranen heissen übrigens auch die Pontoniere ausser Dienst, die stets nach Kräften zum Fest beitragen. Insgesamt 140 Leute betreuten die Gäste, damit man auf der «Schlagerinsel», dem teils überdachten Festgelände, den beiden Bars, den Essensausgaben und im Fischzelt dem Ansturm gerecht wurde. In der Fischküche, wo die begehrten Felchenfilets im Bierteig brutzelten, waren unter anderem Stadtpräsident Markus Birk und sein Bruder Roger mit von der Partie. Die Delikatesse «nach Pontonierart» ist übrigens so beliebt, dass der Weg zur Ausgabe nur über eine lange Schlange anstehender Gourmets führte.

Bild: Andrea Stalder
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Halbinsel mit Steg zugänglich gemacht

Selbstverständlich waren auch andere Speisen im Angebot, und für die Ohren gab es Musik live oder ab CD. Wen wundert’s also, dass man das Festgelände allein mit dem Geruchssinn und dem Gehör hätte finden können: In der Luft waberte weit herum der Duft von Gebratenem, fürs Gehör sorgten am Samstag ab 17 Uhr DJs und ab 20 Uhr dann die Hessentaler Partyband. Die Halbinsel Gries, die von den Pontonieren jedes Jahr zum Fest mit einem währschaften Holzsteg zugänglich gemacht wird, mutierte ­wieder zur Schlagerinsel, auf der nebst anderen Sommerdrinks Caipirinha ausgeschenkt wurde – zu Klängen des Caipirinha-Duos, übrigens.

In der Nacht zum Sonntag dauerte das Fest offiziell bis früh um vier. Doch es gab wie jedes Jahr Unentwegte, die noch feierten oder am Kaffee «Rhyjungfrau» (Amaretto) nippten, als um sechs Uhr traditionsgemäss zehn Pontonierveteranen erschienen, um den Festplatz fürs Sonntagsprogramm tadellos zu säubern. Dieses wurde vom Seemannschor Bodensee Shantymen eröffnet, anschliessend übernahm die Cloud Silver Band mit Countrymusik die Bühne.

Die Pontoniere, allen voran Präsident Andreas Hanhart und Festchef Andreas Arni, streben jedes Jahr nach Variationen. So stand heuer erstmals ein offizieller Veloparkplatz zur Verfügung, und 400 Gäste wurden einer Meinungsumfrage unterzogen.

An Programmpunkte früherer Rheinfeste denken die beiden Macher mit Schmunzeln zurück. Etwa an die Beachparty, die vor dem Bezug des neuen Depots im Jahre 1999 im alten Vereinsdomizil noch Furore machte – mit Sand und allem, was dazu gehört. Oder an die schwimmende Bar, die man auf einem Floss im Rhein betrieb. Erst hatte man die Plattform auf Pontons installiert, doch nachdem das Ganze dann beinahe abgesoffen wäre, stellte man auf Militärschlauchboote als Träger um.