Diessenhofen startet die Narretei

Am zweiten Tag des neuen Jahres war im Rheinstädtchen bereits wieder Narrentreiben angesagt – mit dem närrischen Wecken, einem verregneten Kinderumzug und dem anschliessenden Kindermaskenball in der Rhy-Halle.

Ernst Hunkeler
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DIESSENHOFEN. Diessenhofen und Philadelphia haben eines gemeinsam: die wohl frühesten Fasnachtstermine auf Erden. Während anderswo die Narren noch im Winterschlaf verweilen, ging es am Neujahrstag in der US-Stadt traditionell mit der «Philadelphia Mummers Parade» gehörig zur Sache. Nur einen Tag später zogen die Diessenhofer mit der Kinderfasnacht nach – ein paar Nummern kleiner, aber immerhin.

Los geht's um 5 Uhr morgens

Das bunte Treiben begann frühmorgens, als die Guggenmusik Rhy-Alge um fünf Uhr ihre Mitbürger buchstäblich mit Pauken und Trompeten von der vierten in die fünfte Jahreszeit katapultierte: Das närrische Ensemble aus 23 Musikanten zog durch das Städtchen und holte die Leute aus den Betten.

Nach dem Mittag belebten die «Rhy-Alge» im Zuge ihrer traditionellen Beizentour erst mal die Restaurants, ehe man sich dem Hauptanliegen des Tages zuwandte: der Kinderfasnacht. Wobei es leider so wenige Kinder wie noch nie waren, die dem Regen trotzten, sich ab 14 Uhr beim Bahnhof besammelten und schliesslich durch das Kinderfasnachtskomitee in Umzugsformation gebracht wurden. Auf dem Klangteppich, den die «Rhy-Alge» und die «Reiat Geischter» ausrollten, trippelten die Mininarren zum Teil an Elternhand dem Siegelturm entgegen.

Unterwegs setzte sich die freundnachbarschaftliche Delegation aus Gailingen an die Spitze. Das Sextett war wie gewohnt über den Rhein gekommen, um beim Siegelturm den Narrenbaum zu stellen. Er trägt heuer übrigens ein Schild, auf dem der falsche, weil dauerhafte Markierungsspray für die Jahrmarkt-stände aufs Korn genommen wird.

Konfettischlacht im Regen

Unter dem Siegelturm war für die Guggen und die Kinder Zwischenstation. Die beiden Formationen liessen mit ihren Klängen das Städtchen erzittern wie einst die Posaunen Jericho, und die Kids tobten sich in einer Konfettischlacht aus, wobei das Getümmel im Papierfetzchengestöber unentschieden endete, und auch der Spass war absolut paritätisch verteilt. Als der Konfetti-vorrat schliesslich verpulvert war, setzte sich der Tross in Richtung Rhy-Halle in Bewegung, wo der Kinderball auf den Narren-nachwuchs wartete.