DIESSENHOFEN: Parteien im gleichen Boot

Befürworter und Gegner des Ufermauer-Abrisses am Rhein haben sich zu einer Besichtigungsfahrt getroffen.

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Die Interessengemeinschaft Rheinuferaufwertung (Igra) unterstützt Revitalisierungsprojekte am Rhein bei Diessenhofen. Ende Woche lud die Igra zu einer Orientierungsfahrt ein, um gerade abgeschlossene Projekte am Rheinufer unterhalb von Diessenhofen zu besichtigen.

Mehr als vierzig Personen nahmen laut Mitteilung der Veranstalter an dem Anlass teil. Besonders gefreut habe den Igra-Präsidenten Günter Rieker, dass sich für die Besichtigungsfahrt auch Personen angemeldet hatten, die einer Revitalisierung des Rheins bislang noch recht kritisch gegenüber stehen.

Verschiedene Methoden führen zum Ziel

Bei der Fahrt mit Pontons zu den Rheinabschnitten sei deutlich geworden, dass die Fachleute von Kraftwerk Schaffhausen für die Revitalisierung über das nötige Fachwissen verfügten, um in den verschiedenen Abschnitten angepasst vorgehen zu können. Unterhalb von Diessenhofen bis zum Paradies habe sich bei nur wenigen Abschnitten eine Vorschüttung mit viel Kies als nötig erwiesen, während andere Bereiche durch moderaten Materialabtrag am Ufer haben belebt werden können. In steileren Abschnitten würden Grünverbauungen, etwa Weidenzweige, eingebaut, um Betonplatten zu ersetzen. Die stellten die notwendige Hangsicherung ebenfalls sicher. Besondere Aufmerksamkeit gelte in allen Abschnitten der ufernahen, durchgehenden Führung des Wanderwegs.

Die Orientierungsfahrt habe zum Ziel gehabt, den Teilnehmern an den Beispielen zu veranschaulichen, wie der Rhein auch oberhalb von Diessenhofen bis zum Schupfen revitalisiert werden könnte. So soll die in dem Abschnitt noch bestehende Mauer schrittweise abgetragen werden und durch ein naturnahes Ufer ersetzt werden. Für die Revitalisierung rheinaufwärts bis zum Schupfen wird der Kanton Thurgau die Federführung übernehmen. Es gehe hier auch um die Umsetzung der revidierten Gewässerschutzordnung des Bundes, die Anfang dieses Monats in Kraft getreten ist. Ein Konzept des Kantons liegt laut Igra bereits vor.

Differenzen an Workshops ausdiskutieren

Die Orientierungsfahrt habe vielen Teilnehmern aufgezeigt, wie variantenreich eine Revitalisierung des Ufers gestaltet werden könne, schreibt die Igra. «Die weitere Planung kann nur dann zum Erfolg führen, wenn alle betroffenen Kreise im Rahmen der bereits geplanten Workshops sich wirksam einbringen können.» Noch bestehende Differenzen könnten nur durch einen konstruktiven Dialog überwunden werden.

Die Igra freue sich, wenn der Anlass Befürworter und auch Skeptiker einer Revitalisierung einander näher bringen konnte, um für die bevorstehenden Workshops bereit zu sein. (red)