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DIESSENHOFEN: Lasst Blumen sprechen

Am Sonntag fand der feierliche Einsetzungsgottesdienst von Pfarrer Gottfried Spieth in der evangelischen Kirche statt.
Pfarrer Gottfried Spieth predigt. (Bild: Thomas Brack)

Pfarrer Gottfried Spieth predigt. (Bild: Thomas Brack)

«Beim Wort Installation ist man wohl eher geneigt, an Spenglerarbeiten zu denken, als an die Einsetzung eines Pfarrers», meinte Dekan Arno Stöckli aus Mammern schmunzelnd in seiner Begrüssung. Gemeinsam mit der Kirchenvorsteherschaft Diessenhofen und vielen Besuchern aus Nah und Fern setzte er vergangenen Sonntag den neuen Pfarrer Gottfried Spieth ins Amt ein. Dieser spielte bei seiner Antrittspredigt mit dem Gedanken der Gemeinschaft: «Lasst Blumen sprechen!» rief er mit Blick auf die leuchtenden Farben eines bunten Blumenstrausses auf der Kanzel. «Ist nicht jedes Gemeindemitglied mit seinen Talenten und Gaben selber wie eine Blume, die zusammen mit andern ein wunderbares Farbenbild ergibt?»

Verschiedene Vertreter von Glaubensgemeinschaften überbrachten Wünsche und Geschenke, und der Stadtpräsident Markus Birk die symbolischen Gaben Brot und Salz.

Der abenteurerliche Weg bis nach Diessenhofen

Gottfried Spieth wurde 1960 in Nordbaden geboren. Im Kloster der Kommunität Adelshofen begeisterte er sich als 14-Jähriger für den Glauben, und er beschloss, an der Freien Theologischen Akademie Basel zu studieren. Durch einen polnischen Mitstudenten lernte er bei Besuchen katholischer Gottesdienste eine Seite des Glaubens kennen, die ihm bisher als Protestanten verborgen geblieben war. Zugleich erschienen ihm die Werte des Protestantismus in neuem Licht. Nach dem Fall der Berliner Mauer lernte er als Student eine neue Welt in Ostdeutschland kennen. Er knüpfte viele Kontakte zu Russen, und er fühlte sich immer mehr vom Osten angezogen.

Nach vier Jahren als Pfarr-stellvertreter packte ihn die Sehnsucht, worauf er für neun Jahre in der Diaspora in der ehemaligen Sowjetunion als Laienprediger wirkte. Dort entfaltete er eine grosse Reisetätigkeit vor allem in Südrussland und im Nordkaukasus. In seinem missionarischen Eifer unterliess es Spieth, die nötigen staatlichen Bewilligungen für diese Reisen einzuholen, weswegen er des Landes verwiesen wurde. Der ehemalige deutsche Aussenminister Klaus Kinkel setzte sich für ihn ein, so dass er wieder nach Russland reisen und seine Arbeit bis 2008 fortsetzen konnte. Über Freunde gelangte Spieth zu Vertretungen im Kanton Aargau und schliesslich zu einer Pfarrstelle in Seewis im Prättigau, wo er von 2011 bis 2017 wirkte. Danach beschloss er, eine neue Herausforderung, die Stelle als evangelischer Pfarrer in Diessenhofen, anzunehmen.

Thomas Brack

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

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