DIESSENHOFEN: Hunderte Unterschriften in 25 Tagen

Seit Anfang Mai setzt sich eine Gruppe von Pontonieren für den Erhalt des steinernen Rheinuferwegs ein. Nach Pfingsten reichen sie die Petition beim Kanton ein.

Samuel Koch
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Pläne des kantonalen Amts für Umwelt sehen vor, die Steinmauer entlang des Rheins östlich der Badi durch einen Holzsteg zu ersetzen. (Bild: Mathias Frei)

Pläne des kantonalen Amts für Umwelt sehen vor, die Steinmauer entlang des Rheins östlich der Badi durch einen Holzsteg zu ersetzen. (Bild: Mathias Frei)

80 Jahre hat sie auf dem Buckel, die Steinmauer zwischen Diessenhofer Badi und Camping Läui «Dschungel». Das Mehrfache an Unterschriften soll in den kommenden Tagen auf dem Pult der Staatskanzlei in Frauenfeld landen. So sehen es die Pläne der Gruppierung für den Erhalt der Rheinlandschaft Diessenhofen vor. Geht es nach Stadt und Kanton, soll der rund zwei Kilometer lange Uferabschnitt unmittelbar am Rhein revitalisiert werden. Demnach würde die alte Steinmauer abgerissen, der Uferbereich mit Kies aufgeschüttet und die Mauer durch einen Holzsteg ersetzt.

Obwohl sich die Pläne des kantonalen Amts für Wasserbau und Hydronomie laut dessen Leiter Marco Baumann erst in der Entwurfsphase befinden, sammelt die mehrköpfige Gegner-Gruppierung seit Anfang Mai Unterschriften für eine Petition (unsere Zeitung berichtete). «Wir fordern, dass unser einmaliger Uferweg auf der bestehenden Ufermauer in voller Länge unverändert erhalten bleibt», sagt deren Sprecher. Mittlerweile sind bereits mehrere hundert Unterschriften beisammen, auch dank einer kürzlichen Standaktion im Rheinstädtchen. «Es hat sich deutlich gezeigt, dass wir uns nicht in einer Pattsituation befinden und eine deutliche Mehrheit hinter uns steht», heisst es seitens der Gruppierung. Zudem hat sie Dutzende Voten aufgenommen. «Am frühen Sommermorgen ist der Blick von der Mauer direkt zu den frei lebenden Fischen etwas Einzigartiges», sagte ein Wanderer aus Diessenhofen. Jemand aus Schaffhausen stützt diese Meinung: «Auf einem immer sauber hergerichteten und gut begehbaren Weg, unter der spriessenden Natur, direkt dem klaren Wasser entlang, gibt es etwas Schöneres?» Andere Kommentare sind deutlicher: «Es ist kaum zu glauben, wie ein Kanton das Steuergeld verpulvern kann.» Täglich bekomme die Gruppierung weitere Unterschriften. Übermorgen Samstag soll die Unterschriftensammlung beendet werden. «Wir warten noch auf eine Terminzusage von Regierungsrätin Carmen Haag», sagt der Sprecher der Gruppe. Dann soll die Petition eingereicht werden.

Nebst den Befürwortern macht sich die IG Rheinaufwertung seit längerem dafür stark, dass nach den Uferbereichen westlich von Diessenhofen nun auch östlich des Rheinstädtchens das Ufer renaturiert wird.

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch