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DIESSENHOFEN: Für eine Chance in Lalibela

Seit 2010 ermöglicht ihr Hilfswerk jungen Waisen und armen Familien aus Äthiopien Bildung und eine Perspektive. Nun wollen Patricia und Hans Krüsi das Projekt in jüngere Hände übergeben.
Therese Schurter
Im Fotoalbum von Hans und Patricia Krüsi sind Fotos von Kindern und Jugendlichen aus Lalibela zu sehen. (Bild: Therese Schurter)

Im Fotoalbum von Hans und Patricia Krüsi sind Fotos von Kindern und Jugendlichen aus Lalibela zu sehen. (Bild: Therese Schurter)

Therese Schurter

unterseerhein

@thurgauerzeitung.ch

Je mehr man eintaucht, desto mehr möchte man von Äthiopien wissen und sehen. Patricia Krüsi erging es 2002 so, als sie auf einer Gruppenreise den elternlosen Jungen Yirga in Lalibela, einer der ältesten Städte Äthiopiens, traf. Das Diessenhofer Ehepaar Krüsi reiste unzählige Male in die Stadt, die sich auf einer Höhe zwischen 2400 und 3200 Meter über Meer an die steilen Abhänge des äthiopischen Hochlandes schmiegt. Es war nicht einfach, etwas aufzubauen, das nachhaltig Bestand hat. Das Wichtigste sei wohl, dass man vertrauenswürdige einheimische Leute findet. Nur so sei es auch möglich, die benötigten behördlichen Bewilligungen zu erhalten und den Kontakt zu pflegen. Die Krüsis beanspruchten auch Glück und haben in Lalibela mit Abiy Hailu einen zuverlässigen Mann gefunden. Heute ist er Geschäftsführer und Manager des Hilfswerks «Chance» vor Ort.

Für persönliche und akademische Begabungen

«Chance» ist ein Hilfswerk, das Kinder und Jugendliche ohne Eltern sowie arme Familien unterstützt, deren Einkommen unter dem Existenzminimum liegt. «Chance» hilft ihnen, Wege zur Verbesserung ihrer Lebenssituation zu finden, und setzt sich für die Gleichberechtigung von Knaben und Mädchen in der Schulbildung ein. Ziel ist, einen erfolgreichen Abschluss der Grundschule zu ermöglichen und den Zusammenhalt mit der Familie, den Lehrkräften und der Gesellschaft zu fördern. «Ausbildung führt zu einer positiveren Lebenseinstellung und zu grösserer Sozialkompetenz, und sie vermittelt Hoffnung auf eine bessere Zukunft», sagt Patricia Krüsi. Insgesamt wurden bis jetzt 63 Schülerinnen und Schüler unterstützt. Von diesen haben 20 die Schulbildung abgeschlossen, 37 sind zurzeit in Ausbildung, sechs haben die Ausbildung abgebrochen. Die Krüsis leben seit über zwanzig Jahren in Diessenhofen. Ihre vier erwachsenen Kinder unterstützen «Chance» finanziell, doch leider kann keines das Lebenswerk so weiterführen, dass es weiter Bestand hätte. Dazu sind regelmässige Besuche in Lalibela mit persönlichem Kontakt, wöchentliche Kontroll-gespräche per Skype und administrative Arbeiten notwendig. Auch die Suche nach neuen Spenderinnen und Spendern sowie die Aktualisierung der Homepage sind zeitintensiv. «Wir möchten das Hilfswerk in jüngere Hände übergeben, die es auch als Herzensangelegenheit weiterführen», wünscht sich das nicht mehr ganz junge Ehepaar Krüsi. «Bildung vor Ort gibt den Menschen Selbstwert und ist der einzige Weg, um den Flüchtlingsstrom einzudämmen», sind die beiden überzeugt.

Lalibela habe zudem auch touristisch viel zu bieten: Es sei bekannt für seine elf Felsenkirchen, welche im 13. Jahrhundert entstanden. Die Gebäude gehö­ren zu den grössten aus Stein gehauenen Strukturen der Welt und sind seit 1978 als Unesco-Weltkulturerbe eingetragen, die Kirchen werden weiterhin fleissig genutzt. Auch Trekkings ins Hochland zählen zu den Höhepunkten dieser Gegend und «die aussergewöhnliche Gastfreundschaft der Bevölkerung erstaunt trotz ihrer Armut», meinen die Krüsis.

www.chancelalibela.org

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