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DIESSENHOFEN: Dicke Post aus Diessenhofen

Diessenhofen fordert Regierungsrätin Carmen Haag dazu auf, die Einleitung von Thermalwasser in den Rhein zu untersagen. Das Wasser aus dem Schlattinger Geothermieprojekt sei belastet und gefährde das Trinkwasser. Das Departement für Bau und Umwelt zeigt sich befremdet.
Stefan Hilzinger
Ölfilm auf der Wasseroberfläche des Rheins. Die Verschmutzung vom 21. Februar war auch für Laien sichtbar. (Bild: Reto Martin)

Ölfilm auf der Wasseroberfläche des Rheins. Die Verschmutzung vom 21. Februar war auch für Laien sichtbar. (Bild: Reto Martin)

DIESSENHOFEN. Die Meinungen liegen weit auseinander: Fachleute des Thurgauer Amtes für Umwelt reden von «Tiefengrundwasser von guter Qualität». Der Diessenhofer Stadtrat spricht dagegen von «Tiefenbohrung-Schmutzwasser».

Die Rede ist vom Thermalwasser aus dem Geothermieprojekt des Schlattinger Gemüsebauern Hansjörg Grob. Nachdem das Wasser zum Heizen der Gewächshäuser verwendet und dabei auf 20 Grad heruntergekühlt worden ist, hätte es in den Rhein geleitet werden sollen.

Schlimme Verschmutzung

Im vergangenen Jahr liess Grob dafür eigens eine Leitung ans Rheinufer legen. Doch als der Probebetrieb am 20. Februar wieder hätte starten sollen, gelangte über die Leitung Öl in den Rhein und führte tags darauf zur schlimmsten Ölverschmutzung im Rhein seit Jahrzehnten. Die Ursache ist unklar. Grob vermutet Sabotage (unsere Zeitung berichtete). Es war dies nicht die erste Gewässerverschmutzung im Zusammenhang mit dem Erdwärmeprojekt (siehe Zweittext).

Der Diessenhofer Stadtrat verlangt nun in einem Schreiben an die Thurgauer Baudirektorin Carmen Haag, dass die Leitung «endgültig nicht mehr in Betrieb genommen wird». Das Wasser enthalte «immer Schwefel und möglicherweise andere, die Gesundheit beeinträchtigende Stoffe», heisst es in einer Mitteilung der Stadtgemeinde. Der Stadtrat sieht das Grundwasser gefährdet, das wenige hundert Meter unterhalb der Stelle gefasst wird, wo das Thermalwasser in den Rhein geleitet werden soll. Für den Diessenhofer Stadtpräsidenten Walter Sommer ist die mögliche Gefährdung des Trinkwassers aber nur eines von vielen Fragezeichen im Zusammenhang mit dem Projekt.

«Auch Verfahren unsauber»

«Die Bewilligung für Bau und Betrieb der Leitung wurde in einem Hauruckverfahren durchgedrückt», sagt Sommer. Nicht nur das Wasser sei unsauber, sondern auch das Verfahren. Die kantonalen Behörden sind laut Sommer «sehr salopp» ans Werk gegangen. «Ich weiss, wie das abläuft. Das kann in vielen Fällen gut gehen, in diesem Fall ging es aber gehörig schief.» Für die Einleitung des Wassers in den Rhein fehle bislang eine gültige Bewilligung. Es hätte ein ordentliches Verfahren durchgeführt werden müssen, heisst es in dem Schreiben an die Baudirektorin – namentlich für eine Baubewilligung im Nichtbaugebiet und für eine Konzession zur Nutzung eines Oberflächengewässers. Ausserdem bemängelt der Diessenhofer Stadtrat, dass die deutschen Behörden weder einbezogen noch über den Ölunfall informiert worden seien, handle es sich beim Rhein doch um ein internationales Grenzgewässer.

«Erstaunliche Vorwürfe»

Das Departement für Bau und Umwelt zeigt sich erstaunt über die Vorwürfe und befremdet über das Vorgehen des Diessenhofer Stadtrates. «Zumal an einer Sitzung am 25. Februar auch die Stadt Diessenhofen über alle Details des Falls informiert wurde.» Das an der Sitzung gemeinsam festgelegte weitere Vorgehen, sei auch von der Stadt ausdrücklich begrüsst worden. Das Schreiben vom Rhein will das Departement «nach den erfolgten Abklärungen schriftlich beantworten», heisst es in einer Mitteilung.

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