DIESSENHOFEN: Birk beerbt Sommer

Markus Birk gewinnt das Rennen um die Nachfolge des langjährigen Stadtpräsidenten Walter Sommer bereits im ersten Wahlgang.

Thomas Güntert
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Der 45-jährige Markus Birk, SP, ist neuer Diessenhofer Stadtpräsident. (Bild: Thomas Güntert)

Der 45-jährige Markus Birk, SP, ist neuer Diessenhofer Stadtpräsident. (Bild: Thomas Güntert)

Thomas Güntert

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Die Stadtgemeinde hat gestern einen neuen Präsidenten gewählt. Bereits im ersten Wahlgang erreichte der bisherige Vize-Stadtpräsident Markus Birk 641 der 1161 gültigen Stimmen, was einem Stimmenanteil von rund 55 Prozent entspricht. Der 52-jährige Bauökonom August Keller (CVP) bekam 407 Stimmen, der 60-jährige Kulturwissenschafter Fritz Franz Vogel (parteilos) 93.

Markus Birk zeigte sich erleichtert darüber, dass bereits im ersten Wahlgang eine Entscheidung gefallen ist, womit er vor der Wahl nicht gerechnet hatte. Nachdem er 25 Jahre in der Privatwirtschaft tätig war, beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt mit neuen Qualitäten. Die Stelle als Leiter des Service-Marketings bei Bosch in Beringen wird er kündigen und ab 1. Juli die Nachfolge von Walter Sommer antreten. Den Wahlerfolg feierte Birk am Abend mit Ehefrau Sandra und den Söhnen Leon und Lars sowie Parteikollegen, Wahlhelfern und Freunden im Ristorante Da Pulcinella.

Achtungserfolg gegen Lokalmatador

«Enttäuscht bin ich schon, wenn man sich zur Wahl stellt, will man auch gewinnen», sagte August Keller, der zumindest gerne in den zweiten Wahlgang gegangen wäre. Er sieht es aber auch als Achtungserfolg, aus dem Nichts heraus 35 Prozent gegen den alteingesessenen Lokalmatador zu erreichen, der seit über zehn Jahren im Stadtrat sitzt und mit seiner Familie eine starke Lobby hat. «Etwas mehr als ein Drittel hat für einen Wechsel gestimmt», sagte Keller. Er will sich in den nächsten Tagen entscheiden, ob er im Mai bei der Wahl für die zwei freien Stadtratssitze kandidieren will. «Grundsätzlich bin ich daran interessiert, aber solche Gedanken macht man sich nicht im Vornherein», sagte Keller.

Enttäuschung beim parteilosen Kandidaten

«Man hatte ja gewusst, dass es für mich nicht reichen wird», sagte Fritz Franz Vogel. Für ihn hat grundsätzlich der Richtige gewonnen, der sich einigermassen auskennt und mit einem Fundament aus Erfahrung das Richtige bieten kann. Vogel rechnete nicht mit einem zweitem Wahlgang, hat aber auch nicht erwartet, dass August Keller so viel Stimmen mehr bekommt als er. «Ich finde es beschämend, dass die Kultur in Diessenhofen keine zehn Prozent erreicht hat», bemerkte Fritz Franz Vogel.

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