DIESSENHOFEN: Bellende Vögel im «Leue»

Trotz akustischen Rock- und Country-Covers vom Feinsten blieben die Barkin’ Birds gegen das Bilderbuch-Sommerwochenende chancenlos. Die wenigen Besucher freuten sich dennoch.

Drucken
Teilen
Die Frauenfelder Musiker in Aktion (v. r.): Michael Siegenthaler, Ronnie Stutz und Jonathan Gubler. (Bild: Ernst Hunkeler)

Die Frauenfelder Musiker in Aktion (v. r.): Michael Siegenthaler, Ronnie Stutz und Jonathan Gubler. (Bild: Ernst Hunkeler)

Was entsteht, wenn ein Arzt, ein Beamter und ein Webdesigner zu Gitarre und Mandoline greifen? Barkin’ Birds – bellende Vögel. 2015 schlossen sich die drei Frauenfelder Michael Siegenthaler (Bass), Ronnie Stutz (Mandoline und Gesang) und Jonathan Gubler (Lead) zu einem Trio zusammen und setzten fortan auf rein akustische Interpretationen von vornehmlich englischen und US-amerikanischen Kompositionen. Der Bandname Barkin’ Birds ist übrigens der Tatsache geschuldet, dass sich die drei bei ihren Proben anfänglich mit ihrem diskreten Sound gegen Hundegebell und Vogelgezwitscher durchsetzen mussten.

Der Arzt (Siegenthaler), der Beamte (Stutz) und der Webdesigner (Gubler) hatten vor der Gründung alle schon in elektrisierten und digitalisierten Bands gespielt. Doch dann kamen sie auf den Geschmack, Rocksongs fortan nur noch mit akustischen Instrumenten und Gesang unplugged zu interpretieren. Dies tun sie mit einem breiten Repertoire an Coverversionen. So spielten sie von «I Won’t Back Down» (Tom Petty) bis hin zu «Oh Well» (Fleetwood Mac). Es spricht für das sensible Spiel der Band, dass das Fehlen eines Schlagzeugs als eines der markantesten Instrumente im Rock ’n’ Roll überhaupt nicht negativ auffiel. Die beiden Gitarren links und rechts sorgten für den sonoren, treibenden Rhythmus, während die Mandoline im Zentrum immer wieder zarte Akzente setzte. Die Barkin’ Birds sagen von sich selbst, sie spielten «gemütlichen Rock». Wohl wahr.

Nun also kam das Rock-Folk-Country-Trio am vergangenen Samstag zu seinem ersten Auftritt im «Leue» in Diessenhofen. Zwar fanden insgesamt nur gerade 20 Enthusiasten den Weg ins Kulturlokal. Jene, die kamen, waren jedoch aus Überzeugung da. Wie etwa die Fans Cornelia Züllig und Markus Keller aus Frauenfeld sowie Christina Merz aus Winterthur, die eigens wegen der «Bellenden Vögel» ins Rheinstädtchen gepilgert waren. Und der Kreis der Fans dürfte weiter gewachsen sein, wegen des «kontraproduktiv» schönen Abends zwar nur um wenige Leute. «Wer bei uns einmal an einem Konzert war, der kommt in der Regel wieder», strahlte Michael Siegenthaler, «und immerhin haben wir es schon bis St. Gallen geschafft.» Ein Konzert pro Monat sei das Ziel der Band – die nächste Gelegenheit ergibt sich am 9. Juni in der Steckborner Vollmondbar.

Ernst Hunkeler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Aktuelle Nachrichten