Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DIESSENHOFEN: Alte und neue Klangwelten

Am Sonntagabend gastierte das Duo Ungerwäx im Rathaussaal. Wegen des Ansturms mussten einige der zahlreichen Besucher auf Tischen sitzen oder stehen bleiben.
Musizieren im Rathaussaal: Lorenz Mühlemann an der Zither und David Joss an der Harfe. (Bild: Dieter Ritter)

Musizieren im Rathaussaal: Lorenz Mühlemann an der Zither und David Joss an der Harfe. (Bild: Dieter Ritter)

«Ich bin der einzige freischaffende Zitherer der Schweiz», sagte Lorenz Mühlemann. In der Duoformation Ungerwäx trat er am Sonntagabend im Rathaussaal zu Diessenhofen zusammen mit David Joss auf. Beide spielten mehrere Instrumente, Mühlemann diverse Zithertypen, Hackbrett und Concertina, und Joss wechselte zwischen Gitarre, Harfe und Chrotta, einem celloähnlichen Instrument. Alle rund hundert Stühle im Rathaussaal waren besetzt und einige Gäste mussten stehen oder auf Tischen sitzen.

Das Konzert war vielseitig und unterhielt mit irischem Folk, Volksmusik und eigenen Kompositionen. «Wir öffnen Türen zu alten und neuen Klangwelten», sagte Mühlemann. Gemächlich und in breitestem Berndeutsch kommentierte er die einzelnen Darbietungen. «Das isch nid es Schwyzerörgeli, das isch e Concertina» stellte er seine Miniaturhandorgel vor. Sie sei 1837 in Nordengland erfunden worden und gelte als Urgrossmutter aller Handorgeln. Er spielte darauf eine Melodie aus der Zeit von Johann Sebastian Bach. Das Hackbrett von Mühlemann hat keinen Dämpfer. «Das braucht eine besondere Technik. Töne, die in der folgenden Harmonie mitklingen sollen, schlage ich besonders stark an», erklärte er. «Das nächste Lied heisst ‹Am Rhein›», kündigte er an, was mit einem Lacher quittiert wurde. Mit zwei besonders harmonischen Melodien schloss das Konzert, einer Eigenkomposition für Zither und Gitarre, dann «Go West», ein Lied im Country-Stil. Dieses Stück spielten beide auf der Gitarre.

Zwei waschechte Emmentaler

Mühlemann entdeckte vor vierzig Jahren seine Leidenschaft für die Zither. Rund um sein Instrument veröffentlichte er Bücher, Tonträger und schrieb über Konzerte. «Ich bin ein Museum! Ich wohne in einem 400-jährigen Haus in Trachselwald im Emmental», stellte er sich vor. In diesem Haus eröffnete er vor 18 Jahren das erste und bisher einzige Zither-Kulturzentrum der Schweiz. Damals gab er seine Stelle als Lehrer auf und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Auch Joss wohnt im Emmental. Er tritt in diversen Bands auf, meistens als Gitarrist. Seine Musik kombiniert Jazz, Klassik und Folk. Menschen mit psychischen oder körperlichen Beschwerden hilft er mit Musiktherapie. Hauptberuflich arbeitet er als Lehrer.

Seit 26 Jahren organisiert Familie Kuhn, Geigenbauatelier, die Rathaus-Konzertreihe. Mühlemann beschreibt die Kuhns als «feine Gastgeber». Es gehe weit über das Übliche hinaus, sagte er. Den barocken Rathaussaal lobte er als idealen Rahmen für diese Veranstaltung und nannte das Haus eine Perle. (drd)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.