DIESSENHOFEN: Alleine mit der Fantasie

Im Museum Kunst und Wissen durften die Gäste in die Welt von Schriftsteller und Philosoph Volker Mohr eintauchen.

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Anne Seiterle liest aus «Der zerrissene Vorhang» vor. (Bild: Dieter Ritter)

Anne Seiterle liest aus «Der zerrissene Vorhang» vor. (Bild: Dieter Ritter)

Anna Seiterle, die Ehefrau von Volker Mohr, ist Präsidentin der Gemeinnützigen Gesellschaft Diessenhofen, welche die Lesung organisierte. Beim vorgetragenen Ausschnitt des Buchs «Der zerrissene Vorhang» ihres Mannes Volker Mohr geht es um einen Museumsbesucher, der das Bild einer Frau auf einem Balkon betrachtet. Plötzlich winkt ihm die Schöne zu, und der Held der Geschichte tritt auf den Balkon, mitten ins Bild. Er erlebt mit der Frau einen spannenden Rundgang. Die Kirchenglocken mahnen ihn wieder zur Rückkehr in den Museums-Saal. Bei seinem zweiten Besuch am nächsten Tag geschieht dasselbe, nur geht er diesmal nach dem Läuten der Kirchenglocken zurück zur Frau auf dem Balkon.

Verbindung zu Bildern von Carl Roesch

Dieser Ausschnitt zeigt, dass Mohr seiner Fantasie freien Lauf lässt. Seine Geschichten sind nicht Fertiggerichte, die leicht zu konsumieren sind. Der Autor lässt seine Leser ohne Erklärungen allein. Für das Begreifen des Unfassbaren sind alle auf ihre Fantasie angewiesen. Die Lesung fand in der Abteilung statt, in der Bilder von Carl Roesch ausgestellt sind. Museums-Kuratorin Helga Sandl und Carl Roeschs Neffe Carl Roesch unterhielten sich mit Autor Mohr darüber, was sein Buch mit der Roesch-Ausstellung zu tun hat. Wie Mohr mit seinen Geschichten baute auch Roesch mit seinen Bildern eine Brücke zwischen Ideal und Wirklichkeit, meinte Sandl. «Das Museum ist ein Ort, wo sich Zeugen verschiedener Zeiten treffen», fasste Mohr zusammen. Das Buch «Der zerrissene Vorhang» enthält sieben Novellen. Es umfasst 132 Seiten und ist 2016 im Loco-Verlag Schaffhausen erschienen.

Dieter Ritter

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch