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DIESSENHOFEN: 176000 mal Vorsicht Finger

Im Kulturlokal «Leue – üsi Beiz» ist seit Kurzem eine aussergewöhnliche Plastik-Kunst-Ausstellung zu sehen. Hanspeter Werner präsentiert Recycling-Bilder mit tausenden Nägeln noch bis Mitte März.
Ernst Hunkeler
Hanspeter Werner präsentiert an der Vernissage eines seiner Plastik-Bilder. (Bild: Ernst Hunkeler)

Hanspeter Werner präsentiert an der Vernissage eines seiner Plastik-Bilder. (Bild: Ernst Hunkeler)

Ernst Hunkeler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Die Tage des Diessenhofer Kulturlokals «Leue – üsi Beiz» sind gezählt. Doch bis zum Aus im April wollen sich die Macher quasi noch selber übertreffen – was ihnen mit der gegenwärtigen Ausstellung gelungen ist: Hanspeter Werner präsentiert seine einzigartigen Werke.

Werner ist Plastiker, ohne je eine Plastik geschaffen zu haben. Stattdessen kreiert er aus Plastiktüten Bilder. Seit der Vernissage vom vergangenen Freitag zieren nun 22 «Plasti(c)k-Sackbilder» die Wände des Lokals. Ob der Künstler mit dem eingesetzten «c» einen «Tick» einräumen will? Dann ist es aber auf jeden Fall ein «Tick» mit überaus pfiffigen Resultaten. Die aus zerknüllten Einkaufstüten gestalteten Bilder sind teils Abstraktionen, teils lassen sie Motive wie eine Skyline, Landschaften oder Blumen erahnen. Die Titel sprechen für sich: Mittagsglut, Winter im Rebberg oder People. Wer erfahren wollte, wie die Arbeiten entstehen – und das wollten rund 30 Gäste – bekam das Geheimnis vom Meister gelüftet. Werner breitete auf einem Tisch seine Werkstatt aus: Plastiksäcke, eine Pavatex-Montageplatte mit beschrifteten Karrees für die vorgesehenen Plastik-Knüllstücke sowie Hammer und Nägel. Sobald der «Plastiker» ein Thema vor Augen hat, teilt er eine Pavatex-Platte in rechteckige und quadratische Felder ein, die er mit den darauf vorgesehenen Tüten-Namen versieht. Dann zerknüllt er die für ein Feld vorgesehene Tasche so, dass die gewünschte Farbe hervortritt, nagelt sie auf der Unterlage fest und schafft so innerhalb einer Arbeitswoche ein Bild. Nach durchschnittlich 2000 eingeschlagenen Nägeln ist ein Bild vollendet, wobei er pro Nagel mit vier Hammerschlägen rechnet. In den 22 ausgestellten Bildern stecken also 44000 Nägel, «was insgesamt die Möglichkeit ergibt, sich 176000-mal auf die Finger zu hauen.

Der Künstler mit Wohnsitz in Stein am Rhein kam schon während seiner Lehre als Bauzeichner auf die Idee des kunstvollen Plastik-Recyclings. Doch dann wandte er sich zwischenzeitlich der Malerei zu, wobei aus dieser Phase einige Bilder in Pastellkreide zu sehen sind. Erst 2014 kam Werner auf die von ihm 45 Jahre zuvor angedachte Technik zu-rück und praktiziert sie nun mit Begeisterung. Nebst der Kunst kommt für Werner die Musik hinzu. Mit dem Quintett «Pan dür» («Hartes Brot» im Puschlaver Dialekt) liessen der Schlagzeuger und seine vier Freunde den Vernissageabend mit romantischen Liedern ausklingen.

Die Ausstellung dauert bis 16. März und ist donnerstags und samstags ab 18, freitags ab 16 Uhr geöffnet. An den Freitagen ist der Künstler anwesend.

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