Dieser Weg führt sicher nicht nach Rom

Die Katholische Kirchgemeinde Rickenbach soll ab 2015 zu einem Seelsorgebereich der Kirchgemeinde Wil werden.

Silvan Meile
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WIL. Die rund 1300 Katholiken im thurgauischen Rickenbach sollen zur Katholischen Kirchgemeinde Wil mit seinen rund 12 000 Mitgliedern angebunden werden.

Da die Grenze der Bistümer Basel und St. Gallen zwischen den beiden Kirchgemeinden hindurchläuft, würde ein Bistumswechsel komplizierte Genehmigungsverfahren bis zum Heiligen Stuhl in Rom zur Folge haben, informiert der Wiler Kirchenratspräsident Jürg Grämiger. Der Zeithorizont wäre dadurch völlig unabsehbar. Damit die Vereinigung dennoch per 1. Januar 2015 vollzogen werden kann, wird ein pragmatischer Weg vorgeschlagen. In einem Pastorationsvertrag würde der Bischof von Basel seine heutigen Rechte und Pflichten in der Pfarrei St. Verena Rickenbach an den Bischof von St. Gallen delegieren. Dadurch kann auf einen formellen Bistumswechsel verzichtet werden. Das Territorium der Pfarrei Rickenbach bleibt im Bistum Basel. Die Seelsorge und die Liegenschaften gehen aber an die Katholische Kirchgemeinde Wil über. «Wir übernehmen keine Altlasten», sagt Grämiger. «Die genauen Details und Zahlen werden Ende 2013 vorgelegt.» Der Steuerfuss von 24 Prozent wird aber in beiden Gemeinden unverändert bleiben. Die Pfarrei Rickenbach wird als Seelsorgebereich mit eigenem Seelsorger oder Seelsorgerin und einem eigenen Pfarreirat geführt werden.

An der Kirchbürgerversammlung vom 12. April wird in einer Grundsatzabstimmung darüber abgestimmt, ob die Bemühungen zur Vereinigung aus Wiler Sicht weiterverfolgt werden sollen. Jürg Grämiger sagt: «Rickenbach profitiert von Wil durch die Einbindung in eine Grosspfarrei und wird für die Stadt eine Bereicherung im kirchlichen Leben sein.»

Sollten die Stimmberechtigten zustimmen, wird ein Vereinigungsvertrag ausformuliert. Im Dezember wäre dann eine Urnenabstimmung über die tatsächliche Vereinigung geplant.

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