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DIENST: Wehrbereite Thurgauer

Bei der Militärdiensttauglichkeit weist der Kanton Thurgau im vergangenen Jahr einen Rekordwert aus. Nur: Auch wer tauglich ist, kann Zivildienst leisen. Das stellt die Armee vor Personalprobleme.

Guy Parmelin dürfte Freude am Thurgau haben. Nicht wegen des Weines, auch nicht wegen des geretteten Frühfranzösisch. Dem einstigen Weinbauern aus der Romandie und heutigen Verteidigungsminister dürften die Zahlen der militärdiensttauglichen Jugendlichen erfreuen. Und die haben im Thurgau seit Jahren steigende Tendenz. Im Jahr 2017 erreichten sie einen Höchstwert: 74,7 Prozent aller stellungspflichtigen Thurgauer waren für den Militärdienst geeignet; der Schweizer Schnitt lag bei 68,4 Prozent. Das zeigt eine Auswertung der Armee.

«Aus unserer Sicht ist das natürlich erfreulich», sagt Gregor Kramer. Er leitet die Abteilung Armee des Kantons und ist Kreiskommandant. «Der Thurgau ist mit der Tauglichkeitsquote seit Jahren im Bereich des Schweizer Durchschnitts, meist sogar darüber.» Dass die 1053 Thurgauerinnen und Thurgauer, die 2017 den Stempel «militärdiensttauglich» erhalten haben, tatsächlich dereinst Kampfstiefel anziehen, ist aber nicht gewiss. Denn: Wer militärdiensttauglich ist, kann auch Zivildienst leisten. Etwa in Schulen oder Pflegeheimen. Seit der Abschaffung der Gewissensprüfung 2009 herrscht «faktisch eine Wahlfreiheit vor», sagt Kramer. «Das gefährdet die Alimentierung der Armee.» Deshalb prüfe der Bund, wie die Armee attraktiver gemacht werden könne. Auch höhere Hürden für den Zivildienst werden diskutiert. Diese Woche hat der Ständerat entschieden, über diese höheren Hürden erst zu debattieren, wenn der Bundesrat die Vorlage zur Revision des Zivildienstgesetzes parat hat.

In die RS mit körperlichen Einschränkungen

Einen Schritt hat die Armee bereits gemacht. Seit diesem Jahr können Personen mit Einschränkungen, welche die Marsch-, Hebe- oder Tragfähigkeit betreffen, die RS absolvieren. Kramer erklärt: «Personen, die keine langen Märsche absolvieren können, aber im Büro top sind, sollen auch Armeedienst leisten dürfen.» Die Dispensation wird ihnen bescheinigt. Wie sich diese «differenzierte Tauglichkeit» auf die Armeebestände auswirkt, müsse sich erst zeigen. Sie wird von allen Kantonen genau beobachten, weiss Kramer. Separat ausgewiesen wird sie derzeit nicht. Im Gegensatz zur Schutzdiensttauglichkeit. Im Thurgau fielen im vergangenen Jahr 8,8 Prozent (124 Personen) in diese Kategorie. Als gänzlich untauglich für staatlichen Dienst wurden 16,5 Prozent (233 Personen) eingestuft.

Die hohe Militärdiensttauglichkeit will der Kreiskommandant nicht überbewerten. «Entscheidend ist, wie viele effektiv die Rekrutenschule erfolgreich absolvieren.» Er geht aber davon aus, dass die vergleichsweise hohe Quote mit dem ländlichen Charakter des Thurgaus zusammenhängt. «Viele Kinder fahren mit dem Velo zur Schule, damit verfügen sie oft über eine gute bis sehr gute Grundfitness.» Und die Fitness ist ein wesentlicher Bestandteil der Rekrutierung. Auch das dürfte Guy Parmelin freuen, er ist ja auch Sportminister.

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

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