Die Zahl der katholischen Priester hat sich halbiert

WEINFELDEN. Im Zentrum der Informations- und Weiterbildungstagung der katholischen Landeskirche Thurgau stand das für Kirchenvorsteherschaften veränderte Umfeld.

Drucken
Teilen

WEINFELDEN. Im Zentrum der Informations- und Weiterbildungstagung der katholischen Landeskirche Thurgau stand das für Kirchenvorsteherschaften veränderte Umfeld. Damian Kaeser-Casutt, Moderator der Tagung, betonte, dass die Anzahl der Priester im Bistum Basel in den letzten 20 Jahren um die Hälfte von 181 auf 99 geschrumpft sei. Er wies darauf hin, dass die «eiserne Personalreserve» der älteren Priester in wenigen Jahren nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Massive Nachwuchskrise

Mit dem Zurückgreifen auf Priester und Priesteramtskandidaten aus dem Ausland sei das Strukturproblem nicht gelöst. «Auch Laientheologen, deren Bedeutung seit 1970 gestiegen ist, erleben nun eine massive Nachwuchskrise», sagte Kaeser-Casutt. «Tragende Säulen werden bald fehlen, weil auch das Erfolgsmodell Kompensation durch Laientheologen nach knapp vier Jahrzehnten an eine Grenze kommt.» Die klassische Struktur der Seelsorge, orientiert am Modell «Hirt und Herde», gelangt an ihre Grenzen. Es stelle sich die Frage nach einer neuen Architektur der Pastoralkultur.

Von der Migration profitiert

«Die katholische Kirche Thurgau profitierte bis anhin von der Migration, doch jetzt ist auch eine leichte Abnahme zu verzeichnen», sagte Urs Brosi, Generalsekretär der katholischen Landeskirche Thurgau. Die Anzahl Priester habe sich halbiert, eine Zunahme sei dagegen im Laiendienst zu verzeichnen. Er erwähnte das Thurgauer Modell der Seelsorgemitarbeitenden. Ohne diese hätte der Thurgau noch ein Fünftel weniger Personal. (red.)

Aktuelle Nachrichten