Die Wiese bleibt vorerst grün

OBERWANGEN. Rechnung und Budget gaben an der Fischinger Schulgemeindeversammlung nichts zu reden. Ganz im Gegensatz zu den Plänen der Schulbehörde für einen neuen Parkplatz in Oberwangen.

Olaf Kühne
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Godi Siegfried Schulpräsident Fischingen (Bild: Reto Martin)

Godi Siegfried Schulpräsident Fischingen (Bild: Reto Martin)

Die Diskussion dauerte lange, war von der Behörde aber durchaus so gewollt. «Das Thema Parkplätze ist seit Jahrzehnten ein Dauerbrenner», sagte Schulpräsident Godi Siegfried – und befand sich damit schon mitten im Traktandum «Informationen» der vorgestrigen Fischinger Schulgemeindeversammlung. Zuvor hatte er sowohl die Rechnung 2014 als auch das Budget 2015 diskussionslos und einstimmig durchgebracht (siehe Kasten).

Strasse für Anlässe gesperrt

Es ging um die Wiese an der Fischingerstrasse zwischen der Sek Oberwangen und dem Fussballplatz. Die Schule brauche zwar weder die Grünfläche noch die 90 Parkplätze, die darauf realisiert werden könnten, sagte Siegfried. Er wolle aber mit einer Konsultativabstimmung herausfinden, ob die Behörde mit ihren entsprechenden Plänen auf dem richtigen Weg sei. Schliesslich sei die Zahl der bestehenden Parkplätze auf der Schulanlage schon für den Alltagsbetrieb knapp. Für Vereinsanlässe reiche sie längst nicht, und bei Grossanlässen wie etwa dem Tannzapfencup müsse gar die Kantonsstrasse gesperrt werden. «Die Schulgemeinde steht finanziell gut da und kann sich die geschätzt 400 000 Franken für einen befestigten Platz leisten», sagte Siegfried, «auch wenn die Parkplätze mehr den Vereinen als dem Schulbetrieb dienen.»

Ganz anders sah dies der Präsident der Grünen Ortspartei Matthias Kreier. Er sagte: «Das Geld würden wir besser in die Bildung investieren. Parkplätze auf einer grünen Wiese an bester Südlage kann ich nicht gutheissen.» Ein weiterer Stimmbürger mahnte, dass in der Schweiz jede Sekunde ein bis zwei Quadratmeter verbaut würden. Die Mehrheit im Saal schien die Sache zwar pragmatischer zu sehen. Zahlreiche Voten begrüssten, dass sich die Schulbehörde des Problems annehmen will. Die Begeisterung für den vorgeschlagenen Standort schien sich indes in Grenzen zu halten. So verzichtete Siegfried schliesslich auf die geplante Konsultativabstimmung und forderte das Plenum auf, einen Antrag zu stellen, der das weitere Vorgehen in dieser Frage legitimiert. «Die Behörde sucht weitere Standorte und schlägt diese an einer künftigen Versammlung vor», lautete der Vorschlag eines Anwesenden. 72 Stimmbürger erklärten ihn für erheblich.

Zwei Verabschiedungen

So konnte Siegfried zum Schluss der Versammlung zwei langjährige Mitarbeiter verabschieden: Elisabeth Crottet wirkte 13 Jahre lang als Schulpflegerin und geht im Sommer in Pension. Peter Meier war seit 2009 Schulleiter und kandidierte jüngst erfolglos in Eschlikon als Gemeindepräsident. Die Schulbehörde hatte dennoch Ersatz für ihn gefunden, der sich vorgestern in der Person von Daniel Leu auch gleich der Versammlung vorstellte.