Die Werber für die Expo-Idee

Die Regierungen sind parat: Die nächste Landesausstellung soll in der Ostschweiz stattfinden. Damit dies glückt, muss die Bevölkerung die Idee mittragen. Ein Verein will nun das Expo-Fieber in der Ostschweiz verbreiten.

Regula Weik
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Aua extrema, Ostschweizer Ausstellung an der Expo.02 (Archivbild: Ursula Häne)

Aua extrema, Ostschweizer Ausstellung an der Expo.02 (Archivbild: Ursula Häne)

St. Gallen. Die Ostschweiz hatte vornehm zugewartet; es sollte nicht der Eindruck entstehen, sie konkurrenziere das Projekt «Gottardo 2020». Doch als die Idee einer Expo rund um den Gotthard aufgegeben wurde, war sie parat: Die nächste Landesausstellung soll in der Ostschweiz stattfinden. Ist ein solches Vorhaben nach den Turbulenzen im Vorfeld der Expo 2002 und angesichts der hohen Kosten überhaupt noch opportun?

«Chance für die Ostschweiz»

Paul Schlegel, St. Galler Kantonsrat und Expo-Infizierter der ersten Stunde, kennt die Einwände und Vorbehalte. Für ihn ist klar: «Die Expo ist eine reelle Option und eine Chance für die Ostschweiz.» Davon bereits überzeugt sind die Regierungen von St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden.

Nun soll die Bevölkerung mit dem Expo-Fieber angesteckt werden. Dazu wurde der Verein «Expo Bodensee-Ostschweiz» gegründet. Ihm gehören derzeit gut 40 Persönlichkeiten aus den drei Kantonen an. «Wir verstehen uns als <Keimzelle> für eine breite Bewegung zugunsten einer Expo 2027 in der Ostschweiz», sagt Schlegel. Der Werdenberger übernimmt zusammen mit Verena Herzog, Thurgauer Kantonsrätin und Geschäftsfrau, und Stefan Sonderegger, Ausserrhoder Historiker, das Co-Präsidium des Vereins.

«Ziel ist, in den nächsten Wochen eine breite Lobby für eine Landesausstellung in der Ostschweiz aufzubauen», sagt Schlegel. Der Verein steht Organisationen, Institutionen, Firmen und Privatpersonen offen. Allenfalls werde parallel dazu ein Patronatskomitee mit Ostschweizer Opinion-Leaders gegründet.

Zusammenschweissen

Schlegel ist überzeugt, dass die Expo-Idee die Ostschweiz zusammenschweissen kann. Ein weiterer Versuch, die kaum vorhandene Ostschweizer Identität zu beschwören? «Wir können die Charaktere nicht ändern; ein Innerrhödler wird deswegen kein Frauenfelder», sagt Schlegel. Doch durch das gemeinsame Erarbeiten eines Projekts, durch den Austausch und die Begegnungen könne dennoch so etwas wie ein Ostschweiz-Gefühl entstehen.

Apropos Appenzell Innerrhoden. Der Kanton hat – wie auch Schaffhausen – die Absichtserklärung nicht unterzeichnet. Für Schlegel ist das nicht in Stein gemeisselt: Die beiden hätten «viel Sympathie» für die Idee.

In der Ostschweiz hat es noch nie eine Expo gegeben. Die bisherigen sechs Landesausstellungen fanden in Zürich (1883 und 1939), Genf (1896), Bern (1914), Lausanne (1964) und im Drei-Seen-Land (2002) statt.

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