Die Walnuss bewegt die Massen

HÖRHAUSEN. Rund 4000 Besucher pilgerten am Sonntag zum Tag der Nuss nach Hörhausen. Bei den Degustationen und den Führungen durch die riesige Baumschule von Nusspapst Heini Gubler herrschte Grossandrang.

Margrith Pfister-Kübler
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Über 4000 Besucher: Das Interesse an der Vielzahl von Nusssorten ist in Hörhausen gross. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Über 4000 Besucher: Das Interesse an der Vielzahl von Nusssorten ist in Hörhausen gross. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

«Dieser Nusstag brachte einen neuen Besucherrekord», zieht Nusspapst Heini Gubler Bilanz. Und fügt gleich seine persönliche Sorge an: «Weil noch kein Frost übers Land ging, waren die Jungbäume noch belaubt. Und so mussten viele ohne ihren Nussbaum heimgehen.» Denn werden die Zöglinge belaubt ausgegraben und verpflanzt, nimmt einem das der Baum sehr übel.

Auch beim Ansturm auf die Degustationen sei man zu Spitzenzeiten an die Grenzen gestossen. «Ich hätte gerne mehr Fachleute, die individuell Auskunft geben können auf die vielen Fragen. Aber die kann ich nicht holen, weil es diese noch nicht gibt», erklärt Gubler.

Nuss als Nischenprodukt

Besucher kamen von weit her – wie Vivian Böllersen, die sich für neuzeitliche Potenziale der Walnuss in Anbau und Natur im Brandenburger Naturpark engagiert, meinte. Das ständig wachsende Interesse an Nüssen erklärt der pensionierte Forstingenieur Martin Rieder aus Herdern: «Die Nussbaumzucht ist sehr wichtig für die Landschaftspflege und bildet so auch ein Nischenprodukt in der Landwirtschaft. Heini Gubler ist einer der Besten in der Nussszene.»

Die nachhaltige Sicherung der Gene liegt auch Ursula und Fredy Schweizer aus Weinfelden am Herzen: «Wir suchen die Sorte Napoleon – eine grosse, grobschalige Nuss – und wollen diese in Ermatingen rund hundert Meter vom See entfernt pflanzen.» Als Arzt fügt Fredy Schweizer an: «Nussöl ist für die Gesundheit besser als Olivenöl.» Heini Gubler hat die Napoleon-Sorte gezogen, aber es sind schon wieder alle verkauft. Markus Harder, der diesen Juni verstorbene Chef des kantonalen Landwirtschaftsamts, habe diese Nüsse von einem Baum in Mannenbach. Eine betagte Frau habe versichert, dass dieser Nussbaum von Napoleon gepflanzt worden sei. «Deshalb Napoleonnuss, grosse Nuss, kleiner Kern», sagt Gubler.

Nächster Event im 2016

Permanent stark sei die Nachfrage für Bäume mit roten Nüssen. Die Fachvorträge von ETH-Agronomie-Student Christof Gubler, der Spezialitätenmarkt, der Handwerkermarkt und die Nussausstellung machen den Nusstag noch mehr zum Publikumsmagneten. Ortwin Huisgen, Spezialist für biologischen Landbau aus Effretikon, sagt: «Hier sieht man, was es Neues gibt im Bereich Nussbäume.» Und Irene Wild und Philipp Grimm aus Wädenswil freuen sich bereits auf 2016, wenn der nächste Nusstag stattfindet.