Die Vielfalt als Stärke

Ein Jahr Thurkultur: Der Präsident des Kulturfördervereins für die 22 Gemeinden im Grossraum Wil zieht eine positive Bilanz. Mehr als 170 000 Franken an Fördergeldern wurden ausbezahlt. Ängste im Hinterthurgau waren unbegründet.

Philipp Haag
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Das Adventsspektakel «Lachen und Lametta» war eine der Veranstaltungen, die von Thurkultur finanziell unterstützt wurden. (Bild: mhu)

Das Adventsspektakel «Lachen und Lametta» war eine der Veranstaltungen, die von Thurkultur finanziell unterstützt wurden. (Bild: mhu)

Das 2012, es ist das Jahr der Bewährung. Mit viel Goodwill im Januar gestartet, musste Thurkultur in diesem Jahr beweisen, dass Kulturförderung über die Kantonsgrenzen hinweg funktioniert. Und dies tat es auch, wie Thurkultur-Präsident Hans Suter sagt. Über 170 000 Franken an Fördergeldern hat der Verein gesprochen. Eine Summe, die in etwa den Erwartungen der Verantwortlichen entspricht. Die Vorstellungen waren allerdings nur vage, wusste der Thurkultur-Vorstand doch nicht, wie viele Anfragen um Unterstützungsbeiträge aus den St. Galler Gemeinden eintreffen werden.

Thurkultur-Vereinspräsident Hans Suter. (Bild: edc)

Thurkultur-Vereinspräsident Hans Suter. (Bild: edc)

Beträge bis 10 000 Franken

Kulturveranstalter und Kulturschaffende können Thurkultur um finanzielle Hilfe bis 10 000 Franken anfragen. Der Verein war auf Anfang 2012 aus «Kultur Südthurgau» hervorgegangen, indem die Kulturförderung von den Hinterthurgauer Gemeinden auf die Gemeinden im Grossraum Wil ausgedehnt wurde. Der Verein zählt über 60 Mitglieder, 22 Gemeinden, 33 Organisationen und zehn Personen. Thurkultur hat einen Fördergeldertopf zur Verfügung, in welchen die Mitgliedsgemeinden einen Franken pro Einwohner einzahlen, der von den Kulturämtern d

er Kantone St. Gallen und Thurgau auf zwei Franken pro Einwohner verdoppelt wird. Bei den Hinterthurgauer Kulturveranstaltern waren vor dem Start des neuen Vereins Befürchtungen aufgekommen, Wil als kulturelles Zentrum der Region könnte zulasten der Landgemeinden, speziell des Hinterthurgaus, überproportional profitieren. Dies sei nicht eingetroffen, sagt Suter. «Der Hinterthurgau ist nicht zu kurz gekommen.»

Dass es zu keinem stossenden Missverhältnis zwischen den Gemeinden kommt, dafür sorgen bereits die Statuten. Gemäss dem Verteilschlüssel fliessen bei Vorliegen adäquater Projekte ohnehin zwei Drittel des von einer Gemeinde an Thurkultur überwiesenen Betrags an sie zurück. Die Verwendung des restlichen Drittels sowie die Kantonsbeiträge liegen in der Kompetenz des Vorstandes. Nutzniesser waren in diesem Jahr unter anderem die Ausstellung Art-Sculpture in Wil, das Adventsspektakel «Lachen und Lametta» in Sirnach oder das Kleinkunstfestival «Die Krönung» in Aadorf.

Regelung vereinfachen

Die Regelung über die Verteilung des Geldes möchte der Thurkultur-Vorstand nun aber vereinfachen. Wie Suter sagt, sei das Vertrauen, dass die Unterstützungsgesuche seriös bearbeitet und die Gelder fair verteilt werden, von Seiten der Gemeinden heute vorhanden. Aus diesem Grund beantragt der Vorstand an der nächsten Generalversammlung, zur Unterstützung förderungswürdiger Projekte den gesamten Gemeinde-Franken zurückfliessen zu lassen. «Somit geht mehr Geld als bis anhin an die Gemeinden zurück», sagt Suter. Eine Erhöhung der Beiträge kommt für 2013 nicht in Frage. Suter lässt aber durchblicken, dass der Vorstand auf das Jahr 2014 oder 2015 den Gemeindebetrag von einem auf zwei Franken erhöhen möchte. Vor dem Schritt werden aber die Gemeinden konsultiert. Die beiden Kantone haben bereits signalisiert, ebenfalls zwei Franken pro Einwohner zu bezahlen. Suter erachtet die Verdoppelung der Gelder als notwendig, «denn mit einem Franken ist unser Leistungspotenzial sehr beschränkt.»

Bereits 30 Gesuche für 2013

Trotzdem sind für das neue Jahr bereits über 30 Fördergesuche eingegangen. Verglichen mit den 110 in diesem Jahr behandelten Anträgen eine beachtliche Anzahl. Suter stellt denn auch fest, dass sich das Angebot von Thurkultur bei den Kulturveranstaltern und Kulturschaffenden herumspricht. Er möchte den Verein im nächsten Jahr, während dem wiederum ein Budget von um die 200 000 Franken zur Verfügung steht, denn auch noch bekannter machen. Denkbare Vorhaben sind, die Zeitschrift «Aktuell» breiter zu streuen, beispielsweise in alle Haushaltungen im Einzugsgebiet, und das Aufschalten aller Event-Locations in den Gemeinden auf der Thurkultur-Homepage alle Event-Locations.

Tragende Säule der Gesellschaft

Denn das Grundziel von Thurkultur, das bleibt das gleiche: Das Verständnis für die Kultur stärken, vor allem bei den Gemeinden und der Wirtschaft. Denn Kultur, dies betont Suter, «ist eine der tragenden Säulen unserer Gesellschaft».

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