Die Verfassung stärkt den Zusammenhalt

Das 6. Jungunternehmergespräch befasste sich mit der der Nachfolge in KMU. In seinem Referat hielt der Jurist Arthur Buck fest, dass bei der Nachfolgeregelung die Zustimmung aller Familienmitglieder erforderlich ist.

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ERMATINGEN. Er habe es am liebsten, wenn der Inhaber oder die Gesellschafter die Familienverfassung selber schreiben, so der Referent Arthur Buck. Die Familienverfassung sei kein juristisches Regelwerk, vielmehr gehe es um die Willensäusserung. «Wenn ein KMU-Inhaber in seinen eigenen Worten aufschreibt, was er möchte, dann weiss ich, um was es ihm geht.»

Die Familienverfassung war Thema am 6. Jungunternehmergespräch auf dem Lilienberg in Ermatingen. Der Jurist Arthur Buck hielt ein Referat zum Thema. Er betonte, dass eine Familienverfassung den familiären Zusammenhalt stärken und einen emotionalen und ökonomischen Mehrwert schaffen solle. Die Familienverfassung regle die Rollen und Ämter aller Familienmitglieder – ob im Unternehmen tätig oder nicht. Sie beinhalte auch die Verhaltensregeln bei Konflikten.

Diskussion und Austausch

Danach diskutierten die Teilnehmer in verschiedenen Workshopgruppen über unterschiedliche Bereiche der Nachfolgeregelung. So zum Beispiel über Finanzierungsformen, Unternehmensbewertungen oder über das Erwartungskarussell.

Im Anschluss erzählte Claudia Strässle, wie sie ins Familienunternehmen eingestiegen ist. Sie führt heute das Immobilientreuhandunternehmen ihres Vaters mit sechs Mitarbeitenden. Als Primarlehrerin und Schulleiterin hat sie sich einen Rucksack für ihre unternehmerische Tätigkeit in der Immobilienbranche angeeignet. Aufgrund eines Teilzeitpensum als Schulleiterin hat sich die Mitarbeit und der Einstieg im Familienunternehmen ergeben. «Die Nachfolge begann damit, dass ich als erste die Post am Morgen erhielt und öffnete. Damit wurde mir die Verantwortung übergeben.» Irgendwann sei der Zeitpunkt richtig gewesen, das Geschäft ganz zu übernehmen. Einmal in der Woche gehe sie zu den Eltern zum Mittagessen, und dort werden anfallende Entscheide besprochen. Für Strässle war Unternehmerin zu werden eine grosse Lust, obwohl es viel Arbeit bedeute. «Es braucht auch etwas Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.»

Wenig Unternehmerinnen

Jörg Sennrich vom Netzwerk KMU Next bedauerte, dass es so wenig Unternehmerinnen gibt, und fragte Claudia Strässle, warum dies so sei. Diese antwortete, dass Familie und Unternehmertum zu vereinbaren sicher schwierig sei. Aber es sei durchaus machbar. (red.)

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