Die Tageo hat viel vor

Mit drei neuen Projekten will die Thurgauische Arbeitsgemeinschaft für Elternorganisationen auch fremdsprachige Eltern für das Mitmachen animieren.

Ruth Bossert
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Verena Herzog (r.) bedankt sich bei Maya Oswald, Hauptverantwortliche des Elternbildungskalenders. (Bild: Ruth Bossert)

Verena Herzog (r.) bedankt sich bei Maya Oswald, Hauptverantwortliche des Elternbildungskalenders. (Bild: Ruth Bossert)

WILEN. Was Gemeinden mit dem Neuzuzügerapéro schon längst erfolgreich anwenden, soll mit dem neu lancierten Neugeborenen-Apéro ergänzt werden, erklärte Verena Herzog, Präsidentin der Thurgauischen Arbeitsgemeinschaft für Elternorganisationen (Tageo) an der 30. Jahresversammlung in Wilen. Eltern von Neugeborenen sollen so animiert werden, ihren Erfahrungsraum zu erweitern und allfällige Vorurteile oder Hemmschwellen gegenüber familienergänzenden Angeboten und Elternbildung abzubauen. Das Projekt möchte niederschwellig, präventiv und in unbelastetem Kontext Eltern von Säuglingen und Kindern im frühen Kindesalter für vorhandene, familienunterstützende Angebote sensibilisieren. Damit will man auch bildungsferne und fremdsprachige Eltern erreichen.

«Schenk mir eine Geschichte – Family Literacy» sei eines der wenigen Frühförderungsprojekte in der Schweiz, das die Bedeutung der Erstsprache ins Zentrum rückt, erklärte Susanna Fink, Tageo-Geschäftsführerin. Zusammen mit «Femmes-Tische», der Fachstelle für Integration und dem Kulturcafé Kreuzlingen konnten neun Frauen mit Migrationshintergrund zu Leseanimatorinnen ausgebildet werden. Die Frauen werden nun, begleitet von Tageo, in ihrem Kulturkreis und in ihrer Sprache Lese-animationen durchführen.

Das dritte Projekt «Märlierzählkreis» hat das Ziel, dass Kinder wieder vermehrt von ihren Eltern Märchen erzählt bekommen, erklärte Susanne Fink weiter. Mit einem sechsteiligen Kurs sollen Eltern und Grosseltern motiviert werden, mit Märchen das Vertrauen der Kinder ins Leben zu stärken.

«Damit solche Projekte überhaupt realisierbar sind, braucht es Geld», erklärte Verena Herzog und verwies auf die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton, die erstmals über drei Jahre abgeschlossen werden konnte und sogar mit zusätzlichen Geldern für Projekte zur Verbesserung der Elternbildung für Migranten aufgewertet wurde.

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