Die Tage der «Libelle» sind gezählt

FRAUENFELD. An der Ecke Zürcherstrasse/Gerlikonerstrasse plant die Bauunternehmung Vetter aus Lommis eine Wohn- und Geschäftsüberbauung. Vor einem Jahr wurde das Projekt vorgestellt, jetzt liegt der Gestaltungsplan auf.

Stefan Hilzinger
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Visualisierung der geplanten Überbauung an der Zürcherstrasse. (Bild: pd)

Visualisierung der geplanten Überbauung an der Zürcherstrasse. (Bild: pd)

Es sind noch einige Schritte bis zum Spatenstich. Doch mit der öffentlichen Auflage des Gestaltungsplanes Ärgete für die Ecke Zürcherstrasse/Gerlikonerstrasse ist ein weiterer getan. Die Lommiser Baufirma Ed. Vetter AG will auf dem Areal bis in rund zwei Jahren eine Wohn- und Geschäftsüberbauung errichten. Vor einem Jahr stellte die Bauherrschaft das Projekt des Winterthurer Architekturbüros Stutz Bolt Partner vor. Das Projekt ist Basis für den Gestaltungsplan, der bis zum 2. Dezember beim Amt für Hochbau und Stadtplanung öffentlich aufliegt. Gleichzeitig läuft eine Frist für ein fakultatives Referendum, die am 28. Dezember endet.

50 Wohnungen und Geschäfte

Einst war unweit des Alterszentrums Park die Farbenfabrik Streit angesiedelt (heute in Islikon). Die Gebäude auf dem Areal sollen nun abgerissen werden. So verschwinden in nächster Zukunft das Hotel Libelle, das Restaurant Bierquelle und das Brockenhaus an der Gerlikonerstrasse. Zwei betagte Wohnhäuser an der Gerlikonerstrasse kommen ebenfalls weg. Stattdessen entstehen verteilt auf vier Gebäudekörper 50 Wohnungen und – zur Zürcherstrasse hin – Geschäftsräume.

Der Gestaltungsplan regelt nun Details zur Überbauung, etwa die Art und Weise, wie der Aussenraum gestaltet ist oder wo die Einfahrt zur Tiefgarage liegt. Im Zug des Gestaltungsplans soll zudem die Baulinie von 1933 aufgehoben und ersetzt werden. Die neue Baulinie erlaubt geringfügig näher an die Strasse zu bauen, als bisher möglich war. Seit 1933 hat sich gesetzlich und planerisch manches geändert. «Die neue Baulinie richtet sich nach dem aktuellen Thurgauer Gesetz über Wege und Strassen», sagt Christof Helbling, Chef des Amts für Hochbau und Stadtplanung.

Altersdurchmischtes Wohnen

Schätzungsweise 35 Millionen Franken will Vetter in die Überbauung investieren. Der grösste Teil davon sind Zweieinhalb- und Dreizimmerwohnungen. Laut Urs Vetter, Mitglied der Geschäftsleitung der Lommiser Firma, sollen die Wohnungen altersgerecht sein, aber keine Alterswohnungen im engeren Sinne. «Ich wünsche mit eine altersmässig durchmischte Bewohnerschaft.» Die Nachbarn des Projektes seien vor der Auflage des Gestaltungsplanes über den weiteren Fortgang des Bauvorhabens informiert worden. Die Verträge mit den jetzigen Mietern der Altliegenschaften seien zwei Jahre im voraus gekündigt worden. «Wir wollten den Betroffenen genügend Zeit geben», sagt Vetter.

Baubeginn wohl erst 2017

Sollte der Gestaltungsplan ohne Einsprache über die Bühne gehen, könnte die Genehmigung bis in den Frühsommer erfolgen, schätzt Vetter. Das letzte Wort über den Gestaltungsplan hat das Thurgauer Departement für Bau und Umwelt. Anschliessend erst kann Vetter ein Baugesuch einreichen. Dies dürfte im besten Fall im Herbst 2016 erfolgen. Baubeginn wäre dann wohl gegen Ende 2017.