Die SVP Thurgau setzt auf alle Energien

Fernwärme aus Abfall, Solarstrom und Holz aus Thurgauer Wäldern: Die SVP Thurgau unterstützt die erneuerbaren einheimischen Energien. Ausserdem will sie die Kernkraftwerke nützen, solange sie sicher sind.

Thomas Wunderlin
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Die SVP Thurgau ist für Kleinwasserkraftwerke und Holznutzung: Kurt Baumann, Ruedi Zbinden, Paul Koch. (Bild: Thomas Wunderlin)

Die SVP Thurgau ist für Kleinwasserkraftwerke und Holznutzung: Kurt Baumann, Ruedi Zbinden, Paul Koch. (Bild: Thomas Wunderlin)

FRAUENFELD. Das Kleinwasserkraftwerk an der Frauenfelder Zeughausbrücke liefert nur 0,3 Prozent des Strombedarfs von Frauenfeld. Dennoch wählte es die SVP Thurgau am Dienstag für die Präsentation ihres neuen energiepolitischen Positionspapiers. Denn das Kleinkraftwerk sei ein gutes Beispiel für die Nutzung erneuerbarer Energie, erklärte Paul Koch, Präsident der parteiinternen Kommission Umwelt, Energie und Verkehr. «Wenn wir im Thurgau mehr Strom produzieren wollen, müssen wir solche Projekte fördern.»

Motor der Wirtschaft

Der SVP als grösste Partei im Kanton Thurgau sei eine sichere Energieversorgung ein grosses Anliegen, sagte Parteipräsident Ruedi Zbinden. «Energie ist der Motor der Wirtschaft.» Die bestehenden Kernkraftwerke sollen genutzt werden, solange sie sicher sind, sagte Zbinden. Auch ein Tiefenlager für nukleare Abfälle solle rasch bereitgestellt werden. Hingegen lehnt die SVP Strom aus Kohle ab.

Auf regionaler Ebene entspricht das gegenwärtige Thurgauer Förderprogramm etwa den Zielen der SVP. «Es ist uns gelungen, zu extreme Forderungen abzuwehren», sagte Zbinden.

Den Sinn des Positionspapiers erklärte Koch damit, dass die SVP alle Aspekte eines so wichtigen Themas beleuchten wolle. Es habe schon vor zehn Jahren ein solches Papier gegeben, das aber nicht umfassend gewesen sei. Das aufdatierte Papier, das vom Kantonalvorstand abgesegnet worden ist, propagiert die Förderung von erneuerbarer, umweltfreundlicher und dezentral produzierter Energie, «soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist». Sinnvoll sei ein staatlicher Beitrag als Anschubfinanzierung, sagte Parteipräsident Zbinden. «Nachher muss es laufen.» Ein abschreckendes Beispiel ist für ihn die langfristige Förderung des Solarstroms, die Wasserkraftwerke in Bedrängnis bringt.

Für Oberförster Koch hat die Nutzung von Holz eine hohe Priorität. Das Potenzial des Thurgauer Waldes sei bei weitem nicht ausgeschöpft. «Unbedingt fördern» müsse man die Produktion von Strom aus Holz in kleineren Wärmeverbünden.

Auch die Kehrichtverbrennungsanlagen könnten allenfalls Altholz nutzen, sagte Kurt Baumann, Vizepräsident der SVP-Grossratsfraktion und Verwaltungsratspräsident des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid (ZAB), dem die Hinterthurgauer Gemeinden angehören. Die ZAB nutzt die Abwärme der Abfallverbrennung zur Produktion von Hochdruckdampf, der mit Hilfe einer Turbine zur Stromproduktion genützt wird. Ein Teil des Dampfes kann via Umformer in Fernwärmenetze eingeleitet werden. Der ZAB will nächstes Jahr mit dem Bau eines Fernwärmenetzes beginnen, das dereinst 120 Grad warmes Druckwasser bis nach Wil leiten soll. Ein ähnliches Projekt plane die KVA Weinfelden, sagte Baumann.

Windkraft: Begrenztes Potenzial

Kaum nötig ist es zu erwähnen, dass die SVP die Nutzung der Solarenergie, Biomasse und Geothermie für sinnvoll hält. Bei der Windkraft hält sie das Potenzial für begrenzt. Die Verhältnisse im Kanton seien zu beengt, sagte Koch. Am besten sei es ohnehin, wenn Energie gar nicht verbraucht werde. Der Kanton und die Gemeinden sollten vorangehen und beispielsweise beim Ersatz alter Geräte auf Energieeffizienz achten.