Die Stadt räumt, der Kanton zahlt

FRAUENFELD. Glatteis und Schneemaden auf der Treppe zwischen Staatsarchiv und Oberem Mätteli gehören der Vergangenheit an. Denn neu macht der städtische Werkhof den Winterdienst für die Fussgängerverbindung – im Auftrag des Kantons.

Mathias Frei
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Spätestens ab 7 Uhr morgens ist eine Seite der Treppe schneefrei. (Bild: Mathias Frei)

Spätestens ab 7 Uhr morgens ist eine Seite der Treppe schneefrei. (Bild: Mathias Frei)

Der erste Schnee diesen Winter fällt, und die Staatsarchiv-Aussentreppe ist geräumt. Das ist neu. Noch vergangenen Winter galt für die Verbindung vom Staatsarchiv zum Oberen Mätteli hinunter «Begehen auf eigene Gefahr». Ein Schild warnte die Fussgänger: «Achtung, kein Winterdienst.»

Die Treppe befindet sich im Besitz des Kantons, weshalb dieser auch für den Winterdienst verantwortlich ist. Betreffend Schneeräumung hatte die Granittreppe bislang keine Priorität. Das hat sich nun geändert.

Neu das kantonale Hochbauamt

Zum Sinneswandel hätten unter anderem Rückmeldungen von Fussgängern beigetragen, sagt Urs Fankhauser. Er arbeitet beim kantonalen Hochbauamt als Leiter Baumanagement 3 (Facility Management/Bewirtschaftung). «Mit der neuen Zuständigkeit des Hochbauamtes haben wir für diese Treppe eine neue Lösung gesucht und mit der Stadt zusammen auch gefunden», sagt Fankhauser. Die Lösung sieht so aus, dass die Stadt für diese Verbindung im Mandat den Winterdienst übernimmt. Und der Kanton geltet die Einsätze des städtischen Werkhofs ab. «Das ist vertraglich geregelt», sagt Fankhauser.

«Im Dienste der Öffentlichkeit»

Dies bestätigt auch Markus Graf, Chef des städtischen Werkhofs. Laut Graf wird dem Kanton keine Pauschale verrechnet, sondern die effektiven Einsätze nach Aufwand. «Ein solche Fussgängerverbindung muss man räumen. Aber es kann nicht sein, dass man denkt: Die Stadt macht es dann schon», sagt Graf. Mit der neuen Lösung «im Dienste der Öffentlichkeit» ist er zufrieden.

Im Gegensatz zu früher geniesst die Staatsarchiv-Aussentreppe nun beim städtischen Werkhof hohe Priorität. Das heisst: Die Verbindung ist spätestens ab sieben Uhr morgens geräumt. Dafür wird laut Graf eine kleine Fussgängerverbindung zwischen St. Gallerstrasse und der hinteren Schlossmühlestrasse nicht mehr geräumt.

Höchste Priorität haben für den städtischen Winterdienst die Stadtbusrouten und die Hauptverkehrsachsen zum Bahnhof. Sie sind nach Möglichkeit spätestens ab sechs Uhr morgens geräumt. Dazu gehört für Fussgänger auch, dass ein Trottoir schneefrei ist. Fussgängerverbindungen in der Peripherie dagegen haben eine tiefe Priorität. Graf nennt als Beispiel den Fussgängersteg über die Murg bei der neuen Sigg.