Die Stadt packt das Alter aktiv an

Die Schaffung des Amts für Alter und Gesundheit war umstritten. Am 1. September nimmt nun der neue Amtsleiter Urban Kaiser die Arbeit auf. Auf ihn warten einige Aufgaben, denn in Frauenfeld gibt es immer mehr ältere Menschen.

Markus Zahnd
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Urban Kaiser stellt sich und seine Ideen vor, er wird als Amtsleiter Alter und Gesundheit künftig Stadträtin Elsbeth Aepli unterstützen. (Bild: Reto Martin)

Urban Kaiser stellt sich und seine Ideen vor, er wird als Amtsleiter Alter und Gesundheit künftig Stadträtin Elsbeth Aepli unterstützen. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Am 1. September ist es soweit. Urban Kaiser tritt seine Stelle als Leiter des neuen Amtes für Alter und Gesundheit an. «Ich bin froh, dass ich die Stelle dann doch noch besetzen konnte», sagt Stadträtin Elsbeth Aepli. Denn der Weg zur neu geschaffenen 60-Prozent-Stelle war nicht eben. Im Gemeinderat gab es Widerstand, an der Budgetsitzung im Dezember wollten einige rechtsbürgerliche Politiker den Posten ganz streichen oder das Pensum reduzieren. Und weil dann auch noch das Budgetreferendum folgte, war die neue Stelle blockiert.

Dabei ist für Aepli unbestritten, dass es die Stelle braucht. Denn der Anteil älterer Menschen ist markant gestiegen. Ende 2014 waren in Frauenfeld 4245 Personen über 65 Jahre alt. In den vergangenen zehn Jahren wuchs diese Zahl um 25 Prozent. Bei den über 80-Jährigen beträgt der Zuwachs immerhin 20 Prozent, Ende 2014 waren es 1230 Personen. Die demographische Entwicklung werde so weitergehen. «Die Entwicklung läuft sowieso – entweder lassen wir uns treiben oder sind aktiv. Unsere Haltung ist es, die Zukunft aktiv anzugehen.»

Neues Büro im Haus Sapone

Aepli hat sich also entschieden, die Herausforderungen, welche diese Entwicklung mit sich bringt, anzupacken. Kürzlich wurde das Alterskonzept verabschiedet, nun folgt also die Reorganisation des Departements. Das hat auch räumliche Konsequenzen. Denn Aepli wird mit Kaiser im Haus Sapone beim Alterszentrum Park (AZP) ein neues Büro beziehen; dort gibt es zudem ein Besprechungszimmer. Somit wird das Areal des AZP zu einem Stützpunkt des Departements für Alter und Gesundheit. Die vor einem Jahr geschaffene und an der Budgetsitzung ebenfalls intensiv diskutierte Anlaufstelle für Alters- und Generationenfragen bleibt im Rathaus. Im Rahmen der Reorganisation gibt es zudem das ebenfalls neue Amt Alterszentrum Park, das von Zentrumsleiter Bernard Liepelt geleitet wird.

Kaiser auch Chef Sibe

Urban Kaiser absolvierte eine technische Lehre und schloss dann das Studium als Ingenieur HTL ab. Verstärkt sei ihm aber klar geworden, dass er «weg von der Maschine und näher zum Menschen» wollte. Zuletzt war er Projektleiter und stellvertretender Leiter «Facility Management» in der Spitalregion Toggenburg. Ausserdem hat er den eidgenössischen Fachausweis als Sicherheitsbeauftragter. Daher wird er bei der Stadtverwaltung auch den Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (Chef Sibe) übernehmen. Diese Funktion wird derzeit noch in einem externen Mandat geführt.

Seine primäre Aufgabe ist aber jene des Amtsleiters Alter und Gesundheit. Und in dieser Funktion wird er Stadträtin Aepli entlasten. In ihrem Departement gab es bis jetzt keine Amtsleiter – obwohl die Aufgaben wegen der demographischen Entwicklung umfangreicher und komplexer wurden. Kaiser wird sich des Budgetierungsprozesses, der Personalführung oder auch konkreter Projekte annehmen. «Ich freue mich auf die Aufgaben und die Herausforderungen. Ich kann hier etwas aufbauen», sagt der 42-Jährige, der mit seiner Familie in Frauenfeld wohnt.

Mehr auf die strategische Ebene

Aepli ihrerseits kann sich somit wieder vermehrt auf die strategische statt auf die operative Ebene konzentrieren. «Ich denke da zum Beispiel auch an die Vernetzung mit anderen Gemeinden. Wir könnten noch mehr von den Erfahrungen anderer Gemeinden profitieren.» Das erklärte Ziel ist, dass Menschen zufrieden älter werden können. Dazu gehört beispielsweise der Ausbau des Angebots im ambulanten Bereich.