«Die Spannung im Bundeshaus ist spürbar»

Die Thurgauer Bundesparlamentarier geben sich bedeckt, wem sie ihre Stimme für den freiwerdenden Sitz von Eveline Widmer-Schlumpf geben. Aber sie sind sich einig: Die SVP hat Anspruch auf einen zweiten Sitz.

Text: Michèle Vaterlaus, Silvan Meile Bilder: Donato Caspari, Nana Do Carmo, Reto Martin
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Frauenfeld TG - Die frisch gewählte Regierungsrätin Cornelia Komposch (SP) im Wahlzentrum in Frauenfeld. (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Frauenfeld TG - Die frisch gewählte Regierungsrätin Cornelia Komposch (SP) im Wahlzentrum in Frauenfeld. (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Das Amt erfordert eine sehr gute Ausbildung, Führungserfahrung und Sprachgewandtheit. Der neue Bundesrat soll eine integre Persönlichkeit sein, welche die Anliegen der SVP in den Bundesrat einbringt und das Kollegialitätsprinzip einhält. Ich wähle einen von den drei vorgeschlagenen Kandidaten. Auch ich bin gespannt auf das Resultat und bin froh, dass meine Person nicht mehr im Fokus steht.

Die FDP-Fraktion hat bereits kommuniziert, dass man aus dem Dreierticket der SVP wählen soll. Ich halte mich an die Fraktion. Bereits im Oktober habe ich gesagt, dass es wichtig ist, dass die SVP wieder zwei Bundesratssitze bekommt. Die aktuelle Situation verursacht Unruhe.

Die CVP akzeptiert den Anspruch der SVP auf einen zweiten Bundesratssitz. Unsere Fraktion hat vergangene Woche mit allen drei SVP-Kandidaten Anhörungen gemacht. Für uns sind durchaus wählbare Personen darunter. Wir haben uns jedoch nicht auf einen Kandidaten festgelegt. Wen die einzelnen Mitglieder unserer Fraktion wählen, bleibt offen. Ich persönlich werde bis zu den Wahlen mit Kollegen Gespräche führen und letzte offene Fragen klären, bevor ich mich festlege. Die Bundesratswahlen sind immer ein besonderes Ereignis. Ich hoffe aber, dass sie sich die Hektik schnell legt und wir rasch wieder zur politischen Tagesordnung übergehen können.

Die Meinungen sind im Vorfeld gemacht. Auch ich habe eine Wahl getroffen, verrate sie aber nicht. Je nachdem, wie sich der erste Wahlgang der Ersatzwahl von Eveline Widmer-Schlumpf gestaltet, werden die Meinungen neu gemacht. Letztlich wird die Bundesratswahl wohl aber nicht so spektakulär werden, wie sie von den Medien im Vorfeld gehandelt wurde.

Die Schweiz steht vor grossen Herausforderungen: Flüchtlingsproblematik, AHV-Reform, die bilateralen Verträge etc. Unser Land benötigt eine intelligente, starke und integre Persönlichkeit, die sich mit Weisheit und Rückgrat für die Anliegen der Schweiz einsetzt. Sprachkenntnisse in zwei bis drei Landessprachen und Englisch sind von Vorteil. Alle drei SVP-Kandidaten erfüllen die Kriterien. Mein Wunschkandidat ist dabei.

Ich habe keinen Wunschkandidaten. Für mich ist es legitim, dass die SVP zwei Sitze im Bundesrat erhält. Ich habe mich noch für keinen ihrer drei vorgeschlagenen Kandidaten entschieden. Die Spannung im Bundeshaus ist spürbar.

Ich habe gestern mit der SP-Fraktion an Hearings alle drei offiziellen SVP-Kandidaten angehört. Dabei kamen wir zum Schluss, dass Norman Gobbi für uns nicht wählbar ist. Personen, die andere Menschen diffamieren, haben für uns Sozialdemokraten keinen Platz in der Landesregierung. Für mich persönlich ist die Konkordanz aber wichtig. Von den andern beiden SVP-Kandidaten, die zur Ersatzwahl von Eveline Widmer-Schlumpf antreten, erfüllt Guy Parmelin meine Erwartungen besser. Ihm traue ich eine konstruktive und kollegiale Arbeit im Bundesrat zu. Deshalb gebe ich ihm meine Stimme.

Ich halte mich an die Weisheit, keine öffentlichen Aussagen zu meinem Stimmverhalten für die Bundesratswahlen zu machen.

Ittingen TG , 29.11.2012 / Thurgauer Who is Who Buch. Who ist Who anlass in der Kartause Ittingen.Claudia Leasser und Hansjoerg Walter . (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Ittingen TG , 29.11.2012 / Thurgauer Who is Who Buch. Who ist Who anlass in der Kartause Ittingen.Claudia Leasser und Hansjoerg Walter . (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Hagenwil TG - Front - Who is Who Anlass der Thurgauer Zeitung. David Angst (rechts) ehrt den Thurgauer des Jahres Hermann Hess (links). (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Hagenwil TG - Front - Who is Who Anlass der Thurgauer Zeitung. David Angst (rechts) ehrt den Thurgauer des Jahres Hermann Hess (links). (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Frauenfeld TG - National- und St?nderatswahlen im Thurgau: Wahlzentrum in der Kantonsschule Frauenfeld. (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Frauenfeld TG - National- und St?nderatswahlen im Thurgau: Wahlzentrum in der Kantonsschule Frauenfeld. (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Langrickenbach TG - Interview zum 15 jaehrigen Amtsjubilaeum von Markus Hausammann, Gemeindeammann von Langrickenbach. BILD: NANA DO CARMO / TZ 20.05.2010 (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Langrickenbach TG - Interview zum 15 jaehrigen Amtsjubilaeum von Markus Hausammann, Gemeindeammann von Langrickenbach. BILD: NANA DO CARMO / TZ 20.05.2010 (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Frauenfeld TG - Die SVP Thurgau legt ihr Positionspapier zur Bildungspolitik vor: (v.l.) Nationalrätin Verena Herzog, Präsident Ruedi Zbinden und Kantonsrat Erich Schaffer. (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Frauenfeld TG - Die SVP Thurgau legt ihr Positionspapier zur Bildungspolitik vor: (v.l.) Nationalrätin Verena Herzog, Präsident Ruedi Zbinden und Kantonsrat Erich Schaffer. (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Portrait von Christian Lohr, Dozent, Journalist und Publizist aus Kreuzlingen, Nationalrat der CVP des Kantons Thurgau, aufgenommen am 19. Dezember 2011 in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally) (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Portrait von Christian Lohr, Dozent, Journalist und Publizist aus Kreuzlingen, Nationalrat der CVP des Kantons Thurgau, aufgenommen am 19. Dezember 2011 in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally) (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Kreuzlingen - Ständeratspodium mit Roland Eberle SVP, bisher . (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

Kreuzlingen - Ständeratspodium mit Roland Eberle SVP, bisher . (Bild: Roland Eberle, 62 SVP-Ständerat)

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