Die Sieger fallen sich in die Arme

AMRISWIL. Es ist die Nacht der Thurgauer Sportler: Gewürdigt werden jene, die mit ihrer sportlichen Leistung Vorbild sind und junge Menschen zum Sport bringen. Die Sportlerwahl-Feier im Pentorama bringt einige Überraschungen mit sich.

Rita Kohn
Drucken
Teilen
Severin Wirth und Ivo Junker freuen sich darüber, dass sie zur Thurgauer Sportmannschaft des Jahres gewählt worden sind. (Bild: Donato Caspari)

Severin Wirth und Ivo Junker freuen sich darüber, dass sie zur Thurgauer Sportmannschaft des Jahres gewählt worden sind. (Bild: Donato Caspari)

35mal fand die Thurgauer Sportlerwahl bisher statt – und doch war die Feier gestern abend ein Novum. Nicht nur, weil zum ersten Mal der Panathlon-Club für die Durchführung verantwortlich war. Zum ersten Mal sind es nicht nur Leser der Thurgauer Zeitung, die ihre Stimme abgeben, es sind auch die Jury-Mitglieder, die darüber entscheiden, wer den Titel holt.

Sportamtleiter Peter Bär, Mitglied der Jury, lässt sich nicht in die Karten blicken. Auf die Frage von Moderator Tom Schnegg, ob sich durch das geänderte Wahlverfahren eine Verschiebung der Rangierung ergeben habe, sagt Bär, dass das ein grosses Geheimnis bleiben würde. Klar sei jedoch, Jury und Publikum hätten gemeinsam dazu beigetragen, die Sportler zu würdigen.

Stimmungsvolle Ankunft

Nicht alle in diesem Jahr nominierten Sportlerinnen und Sportler können an der Feier im Pentorama teilnehmen. Einige sind in Trainingslagern oder bereiten sich auf Wettkämpfe vor. Unter ihnen der Rollstuhlathlet Marcel Hug, der die Kategorie «Einzelsportler» gewinnt. Er verpasst den stimmungsvollen Einzug an diesem Abend ins Pentorama. An seiner Stelle ist sein Vater gekommen. Und er verrät dem Publikum prompt, dass sein Sohn ein Frühstücksritual hat und jeweils zwei Drei-Minuten-Eier isst.

Aus der Schule plaudern dann auch OL-Läufer Daniel Hubmann (Zweitplazierter) und Ruderer Nico Stahlberg (Drittplazierter). Während Hubmann erklärt, weshalb Programme wie Google Maps für den OL-Sport ein Problem sind, verrät Nico Stahlberg, dass er um sieben Uhr morgens auf dem Bodensee anzutreffen ist, «weil dann der See uns ist».

Schnell in jeder Hinsicht

Es ist ein junges Team, das einen jungen Sport betreibt und damit glatt die Wahl zur Thurgauer Sportmannschaft des Jahres gewinnt: Die Speed-Badmintonspieler Ivo Junker und Severin Wirth aus Weinfelden fallen sich in die Arme, als Thomas Koller von der Thurgauer Kantonalbank, die das Patronat der Kategorie übernommen hat, das Ergebnis verkündet. Im Gespräch mit Tom Schnegg sind die beiden erfrischend direkt und unkonventionell.

Die beiden jungen Weinfelder haben gestandene – und bei der Sportlerwahl immer wieder nominierte – Teams in den Schatten gestellt. Auf den zweiten Platz wählten Jury und Publikum die Wasserballer aus Kreuzlingen, den dritten Platz konnten die Volleyballer aus Amriswil für sich erkämpfen.

«Nachwuchs ist uns wichtig»

Auch die Migros hat sich entschieden, ein Patronat zu übernehmen. Nathalie Brägger überbringt dem jungen Eiskletterer Sebastian Schweizer aus Steckborn den Check für den Sieg in der Kategorie Newcomer. «Nachwuchs ist uns wichtig», sagt sie, stellvertretend für Migros-Kulturprozent. «Für die Gesellschaft ist es wichtig, dass die Leute sich bewegen und begegnen.» Damit dies aber passieren könne, brauche es Vorbilder.

Nathalie Brägger betont, dass das Migros-Kulturprozent aber nicht nur den Sportlern zugute kommt, sondern dass Nachwuchs in verschiedensten Sparten gefördert würde. Kultur sei ein breites Feld.

Tief beeindruckt

Im Pentorama versammelt waren jene Sportlerinnen und Sportler, die Meisterschaften für sich entschieden haben, Weltmeister wurden oder Rekorde halten. Das Publikum honorierte die grossen Leistungen jedes einzelnen Sportlers mit entsprechendem Applaus. Und doch haben junge Sportlerinnen das Herz des Publikums gewonnen, die nicht auf dem Siegestreppchen gelandet sind: Die Kunstradfahrerinnen aus Sirnach zeigten eine ästhetische und beeindruckende Show, so dass es immer wieder zu Zwischenapplaus und Standing Ovations kam.

Als Gewinner bezeichnete schliesslich Gründerin Ursula Keller die Gymnastikgruppe Kreuzlingen: Sie ist Sportförderin des Jahres. Die Laudatio hielt Nationalrat Christian Lohr.

Aktuelle Nachrichten