Die Schnellstrasse ist auf gutem Weg

Das Departement für Bau und Umwelt kommt mit den Grossprojekten Bodensee-Thurtalstrasse und Oberlandstrasse gut voran. Noch gibt es aber Unklarheiten im Zusammenhang mit der Umsetzung des Bundes-Netzbeschlusses.

Stefan Etter
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Jakob Stark Chef des Departements für Bau und Umwelt (Bild: Nana do Carmo)

Jakob Stark Chef des Departements für Bau und Umwelt (Bild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Die Planung der Bodensee-Thurtalstrasse (BTS) und der Oberlandstrasse (OLS) kommt wunschgemäss voran, teilt das Departements für Bau und Umwelt mit.

2015 wird ein Vorprojekt für die OLS erstellt, auf dessen Basis auch eine neue Finanzierungsvorlage für die OLS ausgearbeitet werden kann. Die Finanzierung der BTS könnte durch den vom Bundesrat vorgeschlagenen Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) geregelt werden. Dazu müsste der Netzbeschluss, mit dem die BTS ins Nationalstrassennetz aufgenommen werden soll, noch in Kraft treten (siehe Kasten). «Ich hoffe natürlich, dass dieser umgesetzt wird», sagt Baudirektor Jakob Stark. Es sei jedoch schwierig zu sagen, wie die parlamentarische Kommission in Bern entscheiden wird. Doch: «Das Nationalstrassennetz ist seit Jahrzehnten unverändert», sagt Stark. «Der Netzbeschluss ist im Interesse aller Kantone.»

Verzögerung des Beschlusses

Selbst wenn der Netzbeschluss erst am 1. Januar 2016 in Kraft treten würde, gäbe es laut Mitteilung «keine unmittelbaren Auswirkungen auf die BTS-OLS-Planung». Doch sollte sich die Inkraftsetzung des Netzbeschlusses bis 2015 verzögern, würde sich auch das Projekt BTS-OLS um bis zu fünf Jahre verzögern. «So oder so, bis 2015 arbeiten wir weiter wie geplant», sagt Stark. Noch 2014 wird laut Mitteilung die BTS-Strecke von Arbon West nach Amriswil West fertiggestellt werden. Für die Planung dieser BTS-Etappe werde gemäss Sascha Bundi, Gesamtprojektleiter Mobilität Thurgau – BTS/OLS, eng mit betroffenen Gemeinden und Fachleuten zusammengearbeitet.

Ortsverkehr entlasten

Zu berücksichtigen seien Faktoren wie die geologischen Verhältnisse des Untergrunds, Lärm, Umweltverträglichkeit, Landwirtschaftsflächen und die Zusammenführung mit dem aktuellen Strassennetz und des öffentlichen Verkehrs. «Das Ziel der BTS/OLS ist, die Ortsdurchfahrten zu entlasten, die Regionen miteinander zu verbinden und den Verkehr gezielter zu lotsen.» Durch den Bau werde natürlich das Landschaftsbild verändert. «Es können aber beispielsweise zerstückelte Landwirtschaftsparzellen effizienter gebündelt, überlastete Verkehrsknotenpunkte entlastet und die Verkehrssicherheit gesteigert werden», sagt Bundi.

Auch gemäss Andrea Näf, Kantonsplanerin, bietet die BTS-OLS Chancen für die Region. «Die betroffenen Gemeinden erhoffen dadurch, den Durchgangsverkehr bündeln und lenken, Regionen besser miteinander verknüpfen und das Wirtschaftswachstum ankurbeln zu können.» Doch es bestünden auch neue Risiken wie eine höhere Lärmbelastung, steigende Bodenpreise und Mehrverkehr bei Autobahnauffahrten.