Die Rücktritte häufen sich

Nur vier Monate sind seit Rolf Zimmermanns Abgang aus dem Gemeinderat von Tobel-Tägerschen vergangen. Nun werfen auch Esther Thoma und Peter Koch den Bettel hin. Die Behörde könnte entscheidungsunfähig werden.

Olaf Kühne
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TOBEL. «Die Rücktritte sind bedauerlich», schreibt Gemeindepräsident Anton Stäheli lapidar. Per Mail versandte er die Februarausgabe der Gemeindenachrichten von Tobel-Tägerschen. Darin enthalten ist die Meldung, dass die Gemeinderäte Esther Thoma und Peter Koch per 31. Mai ihr Amt niederlegen (siehe Interview), angetreten hatten sie es erst im letzten Juni. Es sind in Tobel-Tägerschen die Rücktritte Nummer zwei und drei in der noch jungen Legislatur.

Indiskretionen und Lügen

Bereits im vergangenen Oktober gab Gemeinderat Rolf Zimmermann seinen Rücktritt bekannt (unsere Zeitung berichtete). Dies, nachdem er noch im Februar vergangenen Jahres durch die Gemeindeversammlung mit einem Glanzresultat in seine zweite Amtszeit gewählt worden war. Wie nun auch Esther Thoma und Peter Koch, begründete vor vier Monaten Zimmermann ebenfalls seinen Rücktritt in den Gemeindenachrichten.

«Das Fass ist überlaufen», schrieb er, blieb mit konkreten Gründen aber vage. Einzig über Indiskretionen beklagte er sich. So seien seine Standpunkte zu im Gemeinderat behandelten Themen und Anfragen nach aussen getragen worden. Zudem seien Unwahrheiten über ihn verbreitet worden, was für seine Familie und ihn selbst zu einer inakzeptablen Belastung geführt habe. Gegenüber unserer Zeitung wollte sich Zimmermann nicht äussern.

Die aktuellen Rücktritte bringen den Tobler Gemeinderat in die Bredouille. Zwar stellt sich an der Gemeindeversammlung vom 23. Februar der 40jährige Stefan Blum als Ersatz für Zimmermann zu Verfügung. Würde er indes seine Kandidatur zurückziehen oder käme eine Ersatzwahl aus anderen Gründen nicht zustande, wäre der Gemeinderat ab dem 1. Juni nicht mehr entscheidungsfähig. Verbleiben doch nach dem Rücktritt von Thoma und Koch gerade noch Stäheli und sein Vize Walter Vogel im eigentlich fünfköpfigen Gremium.

Bauamt entzogen

Gemeindepräsident Stäheli ist selber erst seit 2014 im Amt. Er folgte auf Roland Kuttruff. Nebst dem politischen Mandat übernahm er Verwaltungsaufgaben, untern anderem die Leitung des Bauamtes. Dieses entzog im – mutmasslich – der Gemeinderat im letzten September und übertrug es an eine externe Firma.

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