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Die Romantikerin wird erwachsen

ROSENTAL. Lorena Funk erhält den Literaturförderpreis «Junge Texte». Für die 17jährige Maturandin aus Rosental ist die Auszeichnung der Beweis, dass sie als Autorin auf dem richtigen Weg ist. Ihre Romantik will sie behalten und dennoch nüchterner schreiben. Zumindest für ihr nächstes Projekt.
Olaf Kühne
Lorena Funk schreibt ihre Texte überall gerne, am liebsten aber in der Nacht und zurückgezogen in ihrem Zimmer an ihrem Blog veni-vidi-vixi.blogspot.ch. (Bild: Olaf Kühne)

Lorena Funk schreibt ihre Texte überall gerne, am liebsten aber in der Nacht und zurückgezogen in ihrem Zimmer an ihrem Blog veni-vidi-vixi.blogspot.ch. (Bild: Olaf Kühne)

«Ich neige zu romantischen Ausschweifungen», sagt Lorena Funk. Sie wurde letztes Jahr mit dem Literaturförderpreis «Junge Texte» der Lions-Bewegung und der Kantonsschule Frauenfeld ausgezeichnet. Zu Recht. Denn trotz ihres Selbstbekenntnisses bezüglich Romantik gehen ihre Texte weit, sehr weit über das Facebook-Niveau gleichaltriger Frauen hinaus. Die Rosentalerin ist 17 Jahre alt. Und gar nicht immer so romantisch. Nicht, wenn sie in ihrem Blog ihre Gefühle für ihren Sitznachbarn im Flugzeug beschreibt: Er widert sie an, ihr konsumverfressener Nachbar, der sich in eigens verschuldete Verblödung stürzt. Lorena Funk schreibt gerne. Und sie schreibt gerne in der Nacht. Zurückgezogen in ihr typisches Teenagerzimmer im elterlichen Haus in Rosental. Dabei kreiert sie dann durchaus romantische Sätze. Vielleicht schläfst du nicht, weil du dich in die Nacht verliebt hast, und mit ihr in das ganze Leben.

Notizbuch voller Ideen

Dabei greift sie auf ihren eigenen Fundus zurück. Ihr Notizbuch ist immer dabei. «Darin notiere ich schöne Sätze, Details, die ich beobachte, oder auch einfach Ideen», erklärt sie. Ein Skript erstelle sie nie, wisse deshalb auch oft nicht, wie eine Geschichte endet, wenn sie zu schreiben beginne. Einzig den Charakter ihrer Figuren definiere sie im voraus. So auch für ihr nächstes Projekt. «Ich will nüchterner schreiben», sagt sie. «Mitten aus dem Leben. Deshalb will ich eine junge Frau ein Jahr lang <begleiten>, beschreiben wie sie aus ihrer heilen Welt langsam im Erwachsenendasein ankommt, sich wie eine Raupe zu einem Schmetterling entpuppt.» Tönt autobiografisch. Lorena Funk verneint, muss dann aber doch schmunzeln. Schliesslich greift sie für ihre Texte gerne auf eigene Erlebnisse zurück. Wie auch für ihre Maturarbeit, ein 170seitiges Taschenbuch über ihre Häsin Beauty. Die war zickig, bissig, eine kleine Rebellin. Für ihr Buch hat sie Lorena Funk «vermenschlicht», wie sie es umschreibt. Sie liess sie über Philosophie und Weltreligionen sinnieren, über den Sinn des Lebens. Und sie erzählt, wie Beauty zu ihrer Tante kam, zu anderen Tieren. Von dort haute sie ab und fand wohl den Tod. Kein Happy End für das Tier. Für die Maturandin schon. Sie freut sich auf die Zeit nach der Matura, auf das Erwachsenenleben.

Das Handwerk gelernt

Der Schriftstellerei will sie treu bleiben, ihr dafür erforderliches Wissen mit einem Studium in Ethnologie, Umweltwissenschaften oder Religion erweitern. Oder gleich das Literaturinstitut in Biel besuchen. Schliesslich habe ihr der Literaturförderpreis einen Schub verliehen, ihr gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sei. Teil der Auszeichnung waren auch zwei Schreibwochenenden. Dort habe sie von Profis das Handwerk gelernt und zum ersten Mal einen Vergleich mit anderen Schreibenden gehabt. Ob sie dereinst vom Schreiben leben kann, interessiert sie noch nicht. Sie mache es nicht für Ruhm oder Geld, betont sie. Ganz die Romantikerin, die sie ist. «Ich lebe eh in einer Phantasiewelt», sagt sie. «Bei einem Verlag unterkommen würde ich aber schon gerne.» Ich komme an und beginne zu leben, ein zweites Mal, ein glücklicheres Mal, ein Mal, in dem ich niemandem etwas beweisen muss.

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