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Die Rieter-Hallen sind verkauft

SIRNACH. Eine Privatperson kauft das ehemalige Werk 2 des Textilmaschinenbauers an der Murgstrasse in Sirnach. Der neue Besitzer möchte nach einer Zwischennutzung eine Wohnüberbauung auf dem Land erstellen.
Philipp Haag
Verschwinden: Die ehemalige Lager- und Montagehalle der Rieter AG in Sirnach sollen abgerissen werden. (Bild: Mario Testa)

Verschwinden: Die ehemalige Lager- und Montagehalle der Rieter AG in Sirnach sollen abgerissen werden. (Bild: Mario Testa)

Nun ist sie endgültig zu Ende, die 58 Jahre lang währende Geschichte von Rieter in Sirnach. Der Textilmaschinenbauer aus Winterthur hat das Werk 2, das seit dem Auszug der Kämmereimaschinen-Montage im April leer steht, verkauft. Die Lager- und die Montage-Halle sowie das Grundstück von über 15 000 Quadratmeter– die Fläche entspricht etwas mehr als zwei Fussballfeldern – an der Murgstrasse hat Franz Lienhardt aus Erlenbach erworben. Der Unternehmer, Verwaltungsratspräsident einer Zürcher Privatbank, der auch in der Immobilienbranche tätig ist, hat die Industriebauten als Privatperson erworben. Dies betont er auf Anfrage. Über den Preis haben Lienhardt und die Rieter AG Stillschweigen vereinbart.

Hallen als Lager nutzen

Nun möchte der neue Besitzer die Rieter-Hallen einer Zwischen-Nutzung zuführen, am ehesten als Lager. Gespräche mit einer Firma, welche die Gebäude mieten möchte, seien im Gang, sagt Lienhardt. Die Vermietung an einen Fabrikationsbetrieb schliesst er zwar nicht aus, sei aber unwahrscheinlich, da die Anfahrt, welche lärmintensiv sein könnte, durch ein Wohngebiet führe. Längerfristig, mit einem Zeithorizont von zwei, drei Jahren, sollen die Rieter-Hallen abgerissen werden. Lienhardt möchte auf dem Land eine Wohnüberbauung erstellen. «Das Gebiet, am Rand des Dorfes und an der Murg gelegen, eignet sich hervorragend für eine Wohnsiedlung», sagt Lienhardt. Eine genaue Vorstellung hat er noch keine, ein Projekt ist ebenfalls noch keines vorhanden. Denn zuerst muss das Gebiet umgezont werden, von der Industrie- in eine Wohn- oder Wohn-/Gewerbezone. Ein Gesuch hat Lienhardt bei der Gemeinde Sirnach bereits deponiert.

Gemeindeammann Kurt Baumann versichert, dass das Anliegen im Rahmen der laufenden Zonenplanrevision geprüft wird. Ein Grossteil des restlichen Geländes zwischen der Murg und der Sonnhaldenstrasse liegt in der W3- (Wohnen dreigeschossig) und WG2-Zone (Wohnen/Gewerbe zweigeschossig). Einer der Grundstückbesitzer ist die Bürgergemeinde. Sie tauschte vor vier Jahren eine Landfläche an der Kettstrasse mit einer Parzelle an der Sonnhaldenstrasse, welche der Politischen Gemeinde gehörte. An der Kettstrasse baute die Politische Gemeinde daraufhin das neue Feuerwehrdepot. Das Land an der Sonnhaldenstrasse, welches die Politische Gemeinde für den Tausch von der Rieter AG erworben hatte, wurde damals mit Zustimmung der Sirnacher Bevölkerung von der Industrie- in die Wohnzone (W3) umgeteilt.

Chance für attraktives Quartier

Baumann sieht dann auch gute Chancen «auf dem Gebiet ein attraktives Wohnquartier entstehen zu lassen», ähnlich der sich in Entstehung befindlichen Siedlung Murgau auf dem Gebiet Rütihof ennet der Murg.

Lienhardt tritt nicht das erste Mal in Sirnach als Bauherr in Erscheinung. An der Untermattstrasse baute er über eine Immobiliengesellschaft für 22 Millionen Franken die schmucke Überbauung Erlenpark mit 50 Eigentumswohnungen. Von diesem Bauprojekt her hatte er auch Kenntnis von den Verkaufsabsichten der Rieter AG. Ausserdem habe er «eine Affinität» für Sirnach, begründet Lienhardt seine neuerliche Investition in das Dorf.

Mitarbeiter sind integriert

Die Rieter AG hatte bereits beim Umzug der Mitarbeiter nach Winterthur entschieden, die Fabrikationshallen zu verkaufen. Grund für die Aufgabe des Standortes Sirnach war ein strategischer Entscheid (siehe Box). Entlassungen gab es keine. Den Mitarbeitern aus Sirnach war eine Stelle am Hauptsitz angeboten worden. Ausser einem nahmen alle 30 den Job an. Die Mitarbeiter hätten sich gut eingelebt, sagt Rieter-Sprecherin Cornelia Schreier. Es sind auch alle nach wie vor bei der Rieter AG beschäftigt.

Kurt Baumann, Gemeindeammann Sirnach. (Bild: mte)

Kurt Baumann, Gemeindeammann Sirnach. (Bild: mte)

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