Die Politik ebnet den Weg für Elektroautos

Der Thurgau soll für Nutzer und Investoren die Grundlagen für eine künftige Elektromobilität schaffen.

Silvan Meile
Drucken
Teilen
FDP-Kantonsrat Daniel Eugster verfolgt die Debatte um seinen Antrag «Elektromobilität im Thurgau». (Bild: Reto Martin)

FDP-Kantonsrat Daniel Eugster verfolgt die Debatte um seinen Antrag «Elektromobilität im Thurgau». (Bild: Reto Martin)

Die Zukunft gehöre dem Elektroantrieb, war sich der Thurgauer Grosse Rat an der gestrigen Wega-Sitzung einig. Schon in den nächsten Jahren werde der Anteil Elektroautos auf den Thurgauer Strassen markant zunehmen. Das stellt besondere Ansprüche an die Infrastruktur. Darauf soll der Kanton vorbereitet sein. Davon waren gestern 117 der anwesenden 120 Kantonsräte überzeugt. Der Thurgau könne dabei eine Vorreiterrolle einnehmen. Mit diesem wuchtigen Mehr erklärten sie den Antrag «Elektromobilität im Thurgau» von Daniel Eugster (FDP, Freidorf) als erheblich.

Ein Engpass an Ladestationen bahnt sich an

Ein Gremium soll ins Leben gerufen werden, das sich mit einem Bericht einen Überblick über die Technologie und ihr Potenzial verschafft. Erkenntnisse daraus sollen schliesslich die Grundlage für künftige Rahmenbedingungen im Geschäftsfeld der Elektromobilität bieten. 100 000 Franken, rechnet der Kanton, wird der Bericht kosten, finanziert aus dem Energiefonds.

«Wir sind gut beraten, wenn wir uns schon heute überlegen, wie wir von den nicht erneuerbaren Energien wegkommen», sagte Marlise Bornhauser (EDU, Weinfelden). «Es dürfte bereits in wenigen Jahren ein Engpass an Ladestationen geben», warnte Kurt Egger (Grüne, Eschlikon) gestern. Elektro sei die einzige Alternative zu Antrieben mit fossilen Brennstoffen. Nebst Egger drückten auch andere Kantonsräte aufs Gaspedal. «Wir müssen in kurzen Zeiträumen denken», sagte Josef Gemperle (CVP, Fischingen). Schlag auf Schlag schreite die Innovation voran. Und mehrmals wurde unterstrichen, dass der Strom zur Fortbewegung aus erneuerbaren Energien kommen müsse. «AKW-Strom hat nichts auf der Strasse zu suchen», sagte Turi Schallenberg (SP, Bürglen).

Regierungsrat verspricht schnelle Umsetzung

«Die SVP begrüsst den Bericht, sieht aber auf Kantonsebene wenig Spielraum», sagte Andreas Zuber (SVP, Märstetten). Er wies darauf hin, dass im Gremium auch etwa Verkehrsverbände, das Gewerbe oder beispielsweise Elektrizitätswerke vertreten sein sollten. Dieses Zuspiel nahm Regierungsrat Walter Schönholzer auf. Bezüglich Tempo versicherte er, dass der Bericht «hohe Priorität» geniesse und nicht – wie von einigen befürchtet – erst in zwei, drei Jahren erscheine.