Die Polenta – geliebt oder verpönt

Die Polenta erlebt eine kleine Renaissance. Galt der dicke, meist gebraten oder gebacken servierte Maisbrei früher als klassisches Essen für arme Leute, wird er heute auch in der feinen Küche immer mehr geschätzt.

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Die Polenta erlebt eine kleine Renaissance. Galt der dicke, meist gebraten oder gebacken servierte Maisbrei früher als klassisches Essen für arme Leute, wird er heute auch in der feinen Küche immer mehr geschätzt.

Zu dieser Entwicklung trägt bei, dass Polenta ausgesprochen leicht ist und sich hervorragend für vegetarische Gerichte eignet. Übrigens ist Polenta aus Maisgries völlig glutenfrei und kann ohne Bedenken auch von Personen mit Zöliakie verzehrt werden.

• Polenta mit Pilzen: Polenta, die früher in meiner Heimat Österreich auch unter der Bezeichnung «Türkensterz» bekannt war, passt hervorragend zu jeder Sorte von Pilzen. Aus Champignons ist schnell eine leckere Sauce hergestellt, indem man entweder ein paar gebratene Champignons in eine klassische Mehlschwitze gibt oder einfach angebratene Champignons mit Sauerrahm ablöscht. Noch edler sind Eierschwämmli oder Steinpilze, die auch pur, kurz gegart und mit ein paar Spritzern Sojasauce hervorragend zu Polentascheiben passen. Selbstverständlich sollte man in jedem Fall klein gehackte frische Petersilie an die Pilzbeilage geben.

• Polenta auf mediterrane Art: Auch in Italien wird viel Polenta gegessen. Hier wird dazu oft mediterranes Gemüse gereicht. Zu gebratenen Polentascheiben oder Polenta-Talern kann man wunderbar eine Art Ratatouille servieren, das aus Tomaten, Auberginen und Zucchini hergestellt wird.

• Polenta für Naschkatzen: Wenig bekannt ist die Tatsache, dass Polenta auch süss zubereitet hervorragend schmeckt. Polenta kann ähnlich wie Griespudding aus Weizengries gekocht und mit einem geschlagenen Eiweiss verfeinert werden. Am besten serviert man dieses Polentagericht noch warm mit heissen, frischen oder eingemachten Kirschen oder Zwetschgen und Schlagrahm.

Genauso fein ist ein Polenta-Auflauf mit Äpfeln, der gut als Dessert gegessen werden kann. Dafür wird Polentabrei in einer Auflaufform verteilt und mit einer Schicht aus klein geschnittenen Äpfeln, Rosinen und Mandelstiften überbacken.

Erich Berger, prämierter Koch und Vorstandsmitglied bei Gastro Hinterthurgau, betreibt eine Kochschule in Münchwilen. Fragen, Anregungen? info@bergers-kochart.ch www.ritterschmaus.ch

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