Die normale Chaosphase

Feuerwehr, Sanität und Polizei hatten am Mittwochabend in Matzingen einen Grosseinsatz. Ein Auto war in einen Triebwagen der Wiler-Bahn geraten. Glücklicherweise war's bloss eine Alarmübung, bei der die Einsatzkräfte die Zusammenarbeit probten.

Andreas Taverner
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MATZINGEN. Qualm dringt beim Triebfahrzeug der Frauenfeld-Wil-Bahn aus einem zerborstenen Fenster. Die Windschutzscheibe des Führerstandes hat ein Loch, und ein Auto steht halb auf dem Gleis. Ein Unfall? Nein, eine Alarmübung. Die Feuerwehr Matzingen übte am Mittwochabend mit Polizei, Sanität und dem Feuerwehrstützpunkt Frauenfeld den Ernstfall.

Als die Feuerwehr Matzingen am Ort des supponierten Unfalls feststellte, dass ihre Mittel für ein Grossereignis mit vielen Verletzten nicht ausreichen, bot sie zur Verstärkung die Stützpunktfeuerwehr Frauenfeld auf. Die Alarmierung durch Fabrizio Hugentobler, Frauenfelder Feuerwehrkommandant, war so realistisch, dass die aufgebotenen Frauenfelder Feuerwehrleute fast etwas enttäuscht waren: «Wir hielten es für einen echten Alarm, und entsprechend angespannt fuhren wir los», sagte jemand.

Obwohl es bloss eine Übung war, gab es viel Action und Spektakel. Wer macht was? Wer ist zuständig für die Verletzten im Triebfahrzeug, wer für die Patienten im Auto? «Das ist die normale Chaosphase», sagte Fabrizio Hugentobler. Erschwerend kam dazu, dass der Platz um die Haltestelle Matzingen sehr eng ist. Wichtig für das Leben der Helfer ist, dass zuerst der Strom der Fahrleitung ausgeschaltet wird. Zur Übung gehörte, dass das Triebfahrzeug aufgeschnitten werden musste. «Bei Autos wissen wir, wo wir ansetzen müssen», sagte Hugentobler. «Ein Bahnwagen ist etwas Spezielles. Wir sammeln wertvolle Erfahrungen.» Für den ausgemusterten Triebwagen war die Übung die Abschiedsvorstellung. Er wird nächste Woche gänzlich zerlegt.

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