Die Musik ist zu laut

150 Kinder vergnügen sich derzeit im Aadorfer Fussballcamp. Dabei machen die Nachwuchskicker auch Lärm. Ein Anwohner stört sich daran.

Kurt Lichtensteiger
Merken
Drucken
Teilen
Die Teilnehmer des Aadorfer Fussballcamps besammeln sich. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Die Teilnehmer des Aadorfer Fussballcamps besammeln sich. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

AADORF. Seit Montagmittag tummeln sich 150 Kinder auf dem Sportplatz Unterwiesen in Aadorf. Sie trotzen dem regnerischen, kühlen Wetter und lassen sich dadurch nicht betrüben. Voller Enthusiasmus jagen die Kinder während viereinhalb Tagen im Axpo-Fussballcamp dem runden Leder nach (unsere Zeitung berichtete).

Um die Horde in Griff zu haben, wird jeweils zur Besammlung anstelle einer verbalen Lautsprecherdurchsage einprägsame Musik eingespielt. Ein probates Mittel, um nötige Anweisungen an die Kinder zu bringen. Doch dies gefällt einem Nachbarn aus dem Löhracker-Quartier anscheinend nicht. Telefonisch beschwerte er sich beim zuständigen Platzorganisator über die «unzumutbare Immission». Es würden viele Quartierbewohner lediglich die Faust im Sack machen, er aber sehe sich zum Handeln bemüssigt.

Nur von 10 bis 17 Uhr

«Sich zu beschweren, ist sein gutes Recht, auch wenn eine rechtliche Grundlage obsolet ist», heisst es von Seiten der Organisatoren des Fussballcamps, das bereits zum elften Mal in Aadorf stattfindet. «Es wird weder die Sonntags- noch Nachtruhe tangiert. Auch die musikalische Beschallung hält sich in Grenzen, denn diese ertönt von 10 bis 17 Uhr nur in ausgedehnten zeitlichen Abständen.» Sie diene zudem nicht als begleitende Untermalung, sondern habe funktionalen Charakter.

Sie bitten den Beschwerdeführer, er möge doch einmal einen Augenschein aus der Nähe nehmen. Dann könne er sich am fröhlichen Tun der Kinder erfreuen und feststellen, dass die Lautsprecher nach Nordwesten gerichtet sind und gezielt zur Sammlung eingesetzt werden. Des Weiteren könne er erkennen, wie den Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ermöglicht werde, getragen von engagierten Leitern. Dies könne eventuell zu einem Sinneswandel verhelfen.

Sportplatz war vorher da

Auf die Problematik angesprochene Eltern finden die Beschwerde so oder so daneben. «Heute fehlt es vielfach an Verständnis für die Jugend», tönte es aus deren Munde. «Man nimmt Bau- und Verkehrslärm locker in Kauf, nicht aber Kinderlärm.» Schliesslich sei der Sportplatz schon längst hier gewesen, bevor im Löhracker-Quartier gebaut worden sei. Und dieses sei nicht einmal in unmittelbarer Nähe. Der Beschwerdeführer solle doch im Pfefferland Wohnsitz nehmen.