Die Möbel stehen für Geborgenheit

SCHLATTINGEN. Fabio Badraun aus Schlattingen und seine Lebenspartnerin Zsuzsanna Zimanyi teilen die Vorliebe für designte Produkte. Nun bieten sie unter dem Namen «Reduyt» Möbel an. Erstes Produkt ist ein Recyclingschrank.

Gudrun Enders
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Fabio Badraun, Schreiner und Bobfahrer aus Schlattingen (Bild: pd)

Fabio Badraun, Schreiner und Bobfahrer aus Schlattingen (Bild: pd)

Was muss man unter Recyclingmöbel verstehen? Baut Fabio Badraun aus alten Bobs Betten?

Fabio Badraun: Ich habe ursprünglich Schreiner in der Schreinerei Roesch in Diessenhofen gelernt. Mitten in meiner Ausbildung brauchte ich einen Schrank. Ich habe nichts gefunden, was mir gefallen hat. Ich wollte ein Charaktermöbel, etwas Haptisches und Beständiges. Ich habe dann selbst aus gebrauchten Schalttafeln und Rollladen einen Schrank gebaut. Der hat meinen Bekannten sehr gut gefallen. Später habe ich mehr Möbelstücke für uns gemacht, mit dem Hintergedanken, sie einmal einem grösseren Publikum anzubieten.

Sind diese Möbel aus alten Bobs gebaut?

Badraun: Der Recyclinggedanke war bei dem Schrank relevant. Es ist aber grundsätzlich nicht die Idee, allein Recyclingmöbel anzubieten, sondern Charaktermöbel. Unseren Sport und die Firma wollen wir auch komplett trennen. Der Fabio, der die Möbelmacht ist ein anderer wie der, der Sport macht.

Wie kommt es zum Namen Reduyt?

Badraun: Reduit ist der sicherste Bereich in einem Bunker. Auch wir denken bei Reduyt an Sicherheit, aber nicht im militärischen Sinne. Reduyt steht für uns für die Geborgenheit zu Hause.

Wie viele Recyclingschränke existieren denn schon?

Badraun: Wir haben einen für uns gemacht. Anfangs waren wir mit der Heimwerkstätte in Wil im Gespräch. Jetzt lassen wir aber Prototypen in der Schreinerwerkstatt im Engadin herstellen, die mein Grossvater gegründet hat. Wir könnten also schon Anfragen bedienen. Unsere Qualitätsansprüche sind allerdings enorm. Wir wollen alles in der Schweiz herstellen lassen. Wir lassen die Schränke in lokalen Firmen produzieren, wir haben sogar die Druckaufträge lokal vergeben. Das führt schon in der Vorbereitungszeit zu viel höheren Kosten im Vergleich zu einer auswärtigen Vergabe. Wir sind aber auch der Meinung, dass solch ein Produkt etwas kosten darf.

Ihr habt Eure Firmenidee am Thurgauer Jungunternehmerforum vorgestellt. Hat das etwas gebracht?

Badraun: Als wir uns vor vier Monaten entschieden haben, uns selbständig zu machen, haben wir uns beim Startnetzwerk in Weinfelden gemeldet. Wir haben dann zwei Paten, Peter Wiedl und Wirtschaftsprüfer Markus Widmer, zur Seite gestellt bekommen, die uns während der Gründungsphase ehrenamtlich unterstützt haben. Das hat uns sehr viel gebracht. Diese Paten haben mit uns ganz konkret einen Massnahmenplan erarbeitet.

Kann Fabio Badraun sich mit seiner Partnerin ganz dem Jungunternehmer-Dasein widmen?

Badraun: Wir wollen gute Möbel machen für Leute, die das zu schätzen wissen. Die Qualität steht erst einmal im Vordergrund. Uns ist bewusst, dass das ein Nischenmarkt ist. Kurz und mittelfristig werden wir nicht davon leben können. Unser Ziel ist, etwa ein Drittel unseres Pensums in die Firma zu investieren. Ich beziehe zurzeit die Hälfte meines Lohns aus dem Leistungssport und ab Frühling werde ich wieder als Schreiner arbeiten.

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