Die Liga der Krebsligen

St. Gallen, Graubünden, Glarus und beide Appenzell sind bald unter einem Dach – die Ostschweiz will in der Krebsvorsorge und Krebshilfe stärker werden. Dem Zusammenschluss hat nun auch St. Gallen-Appenzell zugestimmt.

Markus Löliger
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Die drei Krebsligen St. Gallen-Appenzell, Graubünden und Glarus wollen zur Krebsliga Ostschweiz fusionieren, um ihre Aufgaben künftig effizienter bringen zu können und in Verhandlungen mehr Gewicht zu bekommen. Nach der Krebsliga Glarus hat nun auch die Krebsliga St. Gallen-Appenzell dem Zusammenschluss zugestimmt: Das Ja zur Fusion war an der Hauptversammlung unbestritten.

Bündner Entscheid noch offen

Bei den Bündnern steht der Entscheid noch bevor. Das Fusionsprojekt wird von der Krebsliga Schweiz als Dachorganisation begrüsst. Die Fusion in der Ostschweiz ist der zweite grosse Zusammenschluss nach der Innerschweiz.

Gestartet wird am 1. Januar 2012. Grünes Licht sollen die bisherigen drei Krebsligen im Oktober an einer gemeinsamen ausserordentlichen Versammlung geben, wenn auch alle Details geregelt sind. Dem Fusionsgedanken zugrunde liegen die zunehmenden Aufgaben und Dienstleistungen der Krebsligen. Diese Entwicklung wird weitergehen, denn die zunehmende Alterung der Bevölkerung erhöht das Krebsrisiko und die Anzahl der Krebserkrankungen, heisst es bei Fachleuten. Ein Zusammenschluss erhöhe das Gewicht der Krebsliga Ostschweiz gegenüber der schweizerischen Liga und als Gesprächspartnerin auf kantonaler Ebene. Zudem werde die Fusion nach Meinung der heutigen Kantonalliga-Verantwortlichen auch die Möglichkeiten verbessern, «komplexe Dienstleistungen aufzubauen».

Das flächendeckende Mammographie-Screening ist ein Beispiel solcher Dienstleistungen. Die langfristige Sicherung der Dienstleistungen und Aktivitäten rechtfertige den Zusammenschluss, sagen der St. Galler Präsident Luzi Schmid, die Glarner Co-Präsidentin Lisette Dürst und der Bündner Präsident Kurt Michel.

Denkbaren Nachteilen wird von Anfang an ein Riegel geschoben. So sollen beispielsweise die Spendengelder weiterhin in drei regionale Fonds fliessen und ausschliesslich regional verwendet werden. Statutarische Regeln sorgen zudem dafür, dass die drei angestammten Regionen in den Führungsgremien gerecht vertreten sind.

Angebot ergänzen

Das Ziel der Zusammenarbeit ist für die Verantwortlichen klar: «Die bisherigen Leistungsangebote werden weitergeführt und dort ausgebaut, wo es Bedarf gibt.»

Die Schwerpunkte des heutigen Angebots der drei Krebsligen liegen bei der Krebsprävention und -früherkennung, bei den psychosozialen Dienstleistungen, bei der Palliative Care und in der Forschungsförderung.

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